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Arbeit im Büro gesund gestalten

Elf psychische Belastungen am Arbeitsplatz

Vier Faktoren für gute Arbeitskultur

"Initiative Gesundheit und Arbeit" nennt sich eine Kooperation der Betriebskrankenkassen (BKK), der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem AOK-Bundesverband und dem Verband der Ersatzkassen (VDEK). Sie legen gemeinsam mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine Studie über krankmachende psychische Belastungen am Arbeitsplatz vor. Studienleiterin ist die Psychologie-Professorin Renate Rau.

Laut Rau melden sich zwar die meisten Menschen wegen Rückenleiden krank. Doch psychische Belastungen haben sich mittlerweile zum häufigsten Grund für Erwerbsminderungsrenten entwickelt.

Als gesundheitsgefährdende Bedingungen wurden identifiziert: hohe Arbeitsintensität, geringer Handlungsspielraum, geringe soziale Unterstützung, hoher job strain (die Kombination von geringem Handlungsspielraum und hoher Arbeitsintensität), iso-strain (die Kombination von geringem Handlungsspielraum und hoher Arbeitsintensität bei zugleich geringer sozialer Unterstützung), effort-reward-imbalance (Ungleichgewicht zwischen erlebter beruflich geforderter Leistung und dafür erhaltener Belohnung/Wertschätzung), Überstunden, Schichtarbeit (gesundheitsgefährdend sind vor allem Abend- und Nachtschichten); Rollenstress, aggressives Verhalten am Arbeitsplatz und Arbeitsplatzunsicherheit.

Rau betont, dass solche Faktoren nicht zwangsläufig bei jedem Arbeitnehmer zu einer Erkrankung führen. Sie bergen aber nachweisbar Risiken. "Die Liste kann als Empfehlung genutzt werden, welche Arbeitsbelastungen auf jeden Fall in Gefährdungsbeurteilungen analysiert werden sollten, um das Arbeitsschutzgesetz einhalten zu können."

Dabei können Belastungen Arbeitnehmer auch anspornen, sagt Rau, wenn die Arbeitskultur stimmt. Sie nennt vier Merkmale guter Bedingungen
  • Vorhersehbarkeit: Der Mitarbeiter verfügt über Informationen zu Planung und Steuerung seiner eigenen Handlungen. Salopp gesagt: Er weiß, wo und wann er was tun kann.

  • Durchschaubarkeit: Der Mitarbeiter kann die Folgen seiner Handlungen absehen.

  • Beeinflussbarkeit: In der Frage, wie die Arbeit auszuführen ist, hat der Mitarbeiter Handlungs- und Entscheidungsspielräume.

  • Rückmeldung: der Mitarbeiter bekommt Feedback zu seiner Tätigkeit und deren Ergebnissen. Damit kann er seine Handlungen steuern und gegebenenfalls korrigieren.

Rau spricht von "gut gestalteter Arbeit, die motiviert, Leistung steigert und gesund erhält". In solchen Unternehmen arbeiten die Kollegen nicht nur effizienter, sie sind auch motivierter und lernbereiter.

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