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Arbeit im Büro gesund gestalten

Mythos Multitasking

Für das Hirn ein Ding der Unmöglichkeit 

Manches schaffen wir problemlos gleichzeitig. Reden beim Fahrradfahren etwa. Doch das sind automatisierte Prozesse. Aber das verstehen wir gemeinhin nicht unter Multitasking. Wir meinen damit komplexe Tätigkeiten. Der WDR befragt den Neurobiologen Henning Beck: „In der Neurowissenschaft versteht man unter „Task“ eine Aufgabe, die immer einen Aufmerksamkeitsprozess erfordert. Dabei muss man bewusst über jeden Schritt nachdenken, sich darauf konzentrieren. Und dann muss man Teile des Großhirns benutzen.“ Solche anspruchsvollen Tätigkeiten wirklich gleichzeitig auszuführen, kann uns gar nicht gelingen, so Beck: „Multitasking ist schon anatomisch für das Gehirn ein Ding der Unmöglichkeit. Da kann man noch so viel üben.“ Wenn wir also etwa im selben Zeitraum ein Telefonat führen und eine E-Mail lesen, dann erledigen wir eigentlich beides abwechselnd, indem wir uns blitzschnell zunächst der einen, dann wieder der anderen Aufgabe zuwenden, heißt es beim WDR. Allerdings klappt auch das nur mit maximal zwei Aufgaben, so eine Studie französischen Forscher der Ecole Normale Supérieure in Paris aus dem Jahr 2010.

Tatsächlich kostet der Versuch, mehrere Aufgaben bewältigen zu wollen, Zeit, Energie und Ressourcen im Hirn. Und die Fehler müssen wir auch wieder korrigieren. Deshalb die Empfehlung: Sich auf eine Sache konzentrieren und die erst abschließen, bevor man sich der nächsten zuwendet.

Quelle: WDR

 

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