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Arbeit im Büro gesund gestalten

Gutachten: Immer mehr Entgrenzung bei der Arbeit

Der Gesetzgeber ist gefragt

"Die mobile, digitalisierte Arbeitswelt führt zu inhalts-, orts- und zeitentgrenzten Arbeitsleistungen", so ein Fazit des Gutachtens. "Die in abhängigen Arbeitsbeziehungen anzutreffende strukturelle Unterlegenheit des Arbeitnehmers wird durch die modernen Entwicklungen noch verstärkt."

Das Gutachten sieht deshalb an mehreren Punkten Handlungsbedarf für den Gesetzgeber – einige Beispiele:

  • Unter anderem würden durch "weitreichende Weisungsrechte" der Arbeitgeber bei der Lage der Arbeitszeit und des Arbeitsortes "gesundheitliche Gefährdungen" und Probleme bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf drohen.
  • Zudem sei "Arbeit auf Abruf" auf "der Basis der aktuellen Rechtsprechung unausgewogen gestaltet", so das Gutachten von Professor Preis. Auch hier bedürfe es "eines korrigierenden Eingreifens des Gesetzgebers".
  • Außerdem sei durch die jüngere Rechtsprechung der Rechtsschutz der Arbeitnehmer gegen unangemessene Weisungen des Arbeitgebers ausgehöhlt worden. Auch hier fordert das Gutachten Gesetzeskorrekturen.

Das Gutachten: "Weisungsrecht nach Inhalt, Ort und Zeit der Arbeitsleistung in einer mobilen Arbeitswelt". Kritische Überlegungen zur Rechtsentwicklung: Ein Rechtsgutachten im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) vorgelegt von Prof. Dr. Dr. h.c. Ulrich Preis unter Mitwirkung von wiss. Mit. Florian Wieg; Institut für deutsches und europäisches Arbeits- und Sozialrecht.

Das komplette Gutachten kann heruntergeladen werden (www.dgb.de, unter "Themen", 12.9.2016)

 

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