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Arbeit im Büro gesund gestalten

Hohe emotionale Belastungen bei der Arbeit mit Menschen

DGB-Index Gute Arbeit 2018

Wenn über die Transformation der Arbeitswelt gesprochen wird, dann liegt der Fokus häufig auf den Veränderungen durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Zum Wandel der Arbeitswelt gehört aber auch, dass immer mehr Beschäftigte mit Menschen arbeiten, für die sie Dienstleistungen oder Güter erstellen. Deshalb ist die Interaktionsarbeit das Schwerpunktthema der Befragung zum DGB-Index Gute Arbeit 2018.

Auf Basis der Angaben von über 8.000 abhängig Beschäftigten werden im Report 2018 die Verbreitung interaktiver Arbeit, ihre emotionalen und körperlichen Anforderungen sowie spezifische Belastungsmomente analysiert und aufbereitet, heißt es dort. Die Ergebnisse zeigten, dass knapp zwei Drittel aller Beschäftigten in Deutschland Interaktionsarbeit leisten. Hier handelt 4es sich um Beschäftigte, die regelmäßig mit Kundschaft, PatientInnen oder anderen betriebsexternen Personengruppen arbeiten. Für sie sei Interaktionsarbeit ein zentrales Merkmal ihrer Arbeitsbedingungen.

Zu den spezifischen Anforderungen der Interaktionsarbeit gehören u.a. schwer planbare Arbeitssituationen, Konflikte und Streitigkeiten mit KundInnen etc., erhöhte emotionale Anforderungen oder auch Konflikte, die durch das Anbieten von Leistungen entstehen, von denen die Beschäftigten persönlich nicht überzeugt sind.

Die erhöhten emotionalen Anforderungen resultieren etwa aus der Anforderung, dass die Beschäftigten ihre Gefühle verbergen müssen (35 Prozent) oder aus herablassender Behandlung (11 Prozent). Damit sind häufig psychisch belastende Erlebnisse verbunden. Im Mittel berichten 17 Prozent aller Beschäftigten, dass sie (sehr) häufig betroffen sind. Im Sozialwesen sind es sogar 41 Prozent.

Um besser mit belastenden Situationen umgehen zu können, braucht es Angebote der Unterstützung und Entlastung, wie z.B. durch zusätzliche Erholungsphasen oder Beratungs- und Supervisionsangebote. Hier zeigen die Daten eine deutlich Lücke. Zwei Drittel der Beschäftigten, die (sehr) häufig mit psychisch belastenden Erlebnissen konfrontiert sind, erhalten von ihrem Arbeitgeber keine ausreichenden Unterstützungsangebote.

Darüber hinaus berichten drei Viertel der Interaktionsarbeitenden, dass die besonderen Anforderungen der Interaktionsarbeit, bei ihrem Einkommen nur unzureichend berücksichtigt werden.

Die Ergebnisse des Reports unterstreichen die Notwendigkeit, der Arbeit mit Menschen größere Aufmerksamkeit und Wertschätzung entgegenzubringen. Gute und gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen in der Interaktionsarbeit kommen nicht nur den Beschäftigten zugute, sondern - über eine bessere Qualität der erbrachten Leistung - auch den KundInnen, PatientInnen und KlientInnen.

Seit 2007 werden für den DGB-Index Gute Arbeit einmal im Jahr Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen gefragt. 2018 waren es bundesweit über 8.000 Erwerbstätige aller Branchen, Berufe, Einkommens- und Altersgruppen, Tegionen udn Betriebsgrößen. Neben den jährlichen Fragen zur Arbeitsbelastung, dem Einkommen, dem Sinn der Arbeit und der Ressourcenausstattung lag der Schwerpunkt in diesem Jahr auf der Interaktionsarbeit, der Arbeit und den Menschen.

Der Report kann heruntergeladen werden.

 

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