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Arbeit im Büro gesund gestalten

Gleichwertige Arbeit, aber weniger Geld für die Frauen

Von Leistungsgerechtigkeit keine Spur

Warum bekommt eine Altenpflegerin weniger Geld als ein Computerfachmann? Vielleicht, weil sie den weniger anspruchsvollen Beruf hat. Oder weil sie in einem typischen Frauenberuf arbeitet, wo traditionell weniger gezahlt wird als in männerdominierten Technik-Jobs. Oder beides? Wie viel Ungleichbehandlung von Frauen in den Lohnunterschieden zwischen Berufen steckt, lässt sich nur ermitteln, wenn sich ein Weg findet, die unterschiedlichen Jobanforderungen in verschiedenen Berufen sinnvoll miteinander zu vergleichen, erklärt die Hans-Böckler-Stiftung. Zu diesem Zweck haben Ute Klammer und Sarah Lillemeier vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) gemeinsam mit Christina Klenner vom WSI den Comparable-Worth-Index (CW-Index) entwickelt. Mit diesem Instrument werden Anforderungen und Belastungen in verschiedenen Berufen detailliert beschrieben und vergleichbar gemacht. Dabei werden „nicht nur Wissen und Können“ erfasst, betont Lillemeier. Berücksichtigt werden auch körperliche und psychosoziale Beanspruchungen oder Verantwortung für andere.

Altenpflegerinnen und Computertechniker kommen beim CW-Index auf ähnliche Werte. Bei der Entlohnung klafft jedoch eine Lücke. Während die Pflegekraft knapp 15 Euro pro Stunde bekommt, sind es beim IT-Mann über 25 Euro. Von der vielbeschworenen Leistungsgerechtigkeit könne angesichts solcher Differenzen keine Rede sein, kommentiert die Forscherin. Vielmehr bestätige sich die sogenannte Devaluationshypothese: Ein hoher Frauenanteil geht mit einer schlechteren Lohnentwicklung trotz vergleichbarer Anforderungen und Belastungen einher.

Lillemeier hat nicht nur Einzelfälle zueinander in Beziehung gesetzt. Ihre Auswertung einer groß angelegten Erwerbstätigenbefragung macht deutlich, dass „insgesamt die Anforderungen und Belastungen in Frauenberufen geringer entlohnt werden als in Männerberufen“. Mit dem CW-Index lasse sich erstmals statistisch nachweisen, dass Erwerbsarbeit von Frauen „von systematischen Abwertungen betroffen“ ist.

Aus weiteren Berechnungen geht zudem hervor, dass die Verdienstlücke zwischen Frauen und Männern wächst, je mehr sie im Job gefordert sind. Selbst wenn der Einfluss von Personen- und Jobmerkmalen wie Arbeitszeit, Berufserfahrung, Branche und Tarifbindung herausgerechnet wird, bleibt ein klarer Unterschied zwischen den Geschlechtern bestehen: Steigt der CW-Index um eine Einheit – nehmen die Ansprüche an die Beschäftigten also zu –, steigt der Verdienst bei Männern um mehr als sechs Prozent, bei Frauen um weniger als fünf Prozent.

Die Studie von Sarah Lillemeier, u.a.: „Comparable Worth“: Blinde Flecken in der Ursachenanalyse des Gender Pay Gaps, WSI Study, erscheint demnächst.

 

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