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Arbeit im Büro gesund gestalten

Outsourcing macht krank

Fremden Reinigungsfirmen mangelt es an Hygiene

Kränker per Krankenhausaufenthalt: Das Robert-Koch-Institut geht hierzulande von 400.000 bis 600.000 Krankenhausinfektionen pro Jahr aus, die für bis zu 15.000 Todesfälle verantwortlich sind. Unvermeidlich ist das nicht: Angemessene Hygiene könne der Verbreitung von Erregern vorbeugen, schreiben Wissenschaftler von der Cornell University, der University of Illinois und der Emory University. Insofern sei der Reinigungsdienst in Kliniken enorm wichtig für die Patientengesundheit. Die Sozialforscher haben untersucht, was passiert, wenn diese Aufgabe an Fremdfirmen vergeben wird. Ihrer Analyse zufolge geht Outsourcing mit deutlich höheren Infektionsraten einher.

Für die Studie wurden Daten der kalifornischen Gesundheitsbehörde zur Verbreitung des Krankenhauskeims Clostridium difficile im Jahr 2012 ausgewertet. Der Erreger kann unter anderem zu Durchfall, Darmentzündungen und Bauchkrämpfen führen und war in den USA allein 2011 die Ursache für etwa 500.000 Infektionen.

Nach den Berechnungen der Wissenschaftler kam es 2012 im Schnitt zu 28 Infektionen pro Krankenhaus. Kliniken, in denen der Erreger überhaupt nicht nachgewiesen werden konnte, hatten durchschnittlich sieben Prozent ihres Reinigungsbudgets für externe Dienstleister ausgegeben. Bei den Klinken mit mindestens einem Fall waren es 26 Prozent. Der Zusammenhang bleibt auch dann signifikant, wenn Faktoren wie die Bettenzahl, die Höhe der Reinigungsausgaben oder die Patientenzufriedenheit berücksichtigt werden.

Als Erklärung für ihren Befund verweisen die Autoren darauf, dass sich externe Arbeitskräfte einer Klinik in der Regel weniger verbunden fühlen und schlechter in die Abläufe integriert sind. Zudem werde vermutlich weniger in ihre Qualifikation investiert.

Quelle: Hans Böckler Stiftung

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