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Arbeit im Büro gesund gestalten

iga-Report: Was die Gesundheit im Job gefährdet

Viele Gründe für eine Anti-Stress-Verordnung 

Der iga-Report 31 listet elf Risiken für psychische Belastungen auf. Danach sind folgende Faktoren nachgewiesen besonders gesundheitsgefährdend:

- hoher Job Strain (d. h. die Kombination von geringem Handlungsspielraum und hoher Arbeitsintensität),
- iso-strain (d. h. die Kombination von geringem Handlungsspielraum und hoher Arbeitsintensität bei gleichzeitig geringer sozialer Unterstützung),
- hohe Arbeitsintensität (Job demand),
- geringer Handlungsspielraum (Job control),
- Effort-Reward-Imbalance (Ungleichgewicht zwischen erlebter beruflich geforderter Leistung und dafür erhaltener Belohnung/Wertschätzung),
- Überstunden,
- Schichtarbeit (mit Einschränkungen),
- geringe soziale Unterstützung,
- Rollenstress,
- Bullying/aggressives Verhalten am Arbeitsplatz,
- Arbeitsplatzunsicherheit.

Zu den neuen, noch nicht ausreichend untersuchten psychischen Arbeitsbelastungen zählen laut iga:

Ständige Erreichbarkeit: Hier ergibt sich die potenzielle Gefährdung aus den Störungen der Ruhezeit, aus der Schwierigkeit, sich von der Arbeit zu distanzieren und Ruhe zu finden, aus der Fragmentierung der Zeit der Nichterwerbsarbeit etc.
Unmoralische Arbeitsanforderungen: Darunter fallen Anforderungen, die von den Arbeitenden im Widerspruch zu seinen bzw. zu den allgemeinen Moralvorstellungen stehen. Dies können sein: der Verkauf von Leistungen, die potenziell dem Menschen oder der Gesellschaft schaden.
Führen durch Ziele: Das Führen durch Ziele wird als Steuerungsinstrument und zur Leistungsmaximierung eingesetzt. Die möglichen gesundheitlichen Folgen verschiedener Formen des Führens durch Ziele sind bisher nicht untersucht.
Mobilität (Pendeln zum entfernten Arbeitsort, wechselnde Arbeitsorte): Sowohl der Arbeitsweg (Dauer, Belastung durch Abhängigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln oder durch Verkehrslage) als auch die eventuell erforderliche mehrtägige Trennung von der Familie stellen eine psychische Belastung zusätzlich zu der durch die eigentliche Arbeitstätigkeit dar.
Zeitarbeit/befristete Beschäftigung/Leiharbeit: Eine potenzielle Gesundheitsbeeinträchtigung ergibt sich aus den fehlenden Möglichkeiten, das private und familiäre Leben vorausschauend zu planen, aus dem Mangel an organisationaler Einbindung in das Unternehmen, in dem man gerade arbeitet, aus der häufig sehr geringen Entlohnung.

Der iga-Report 31 kann heruntergeladen werden.

Zum Hintergrund:  In der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) kooperieren gesetzliche Kranken- und Unfallversicherung, um arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren  vorzubeugen. Gemeinsam werden Präventionsansätze für die Arbeitswelt weiterentwickelt undvorhandene Methoden oder Erkenntnisse für die Praxis nutzbar

gemacht. iga wird getragen vom BKK Dachverband, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem AOK-Bundesverband und dem Verband der
Ersatzkassen e. V. (vdek). Logo Ergo Online
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