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Arbeit im Büro gesund gestalten

Expertenwissen
Offene Bürokonzepte - Open Space und Business Club

Autorin: Regine Rundnagel

Offene Bürokonzepte haben sich in den letzten Jahren als Trend durchgesetzt: jede größere Neuplanung wird unter dem Stichworten offen und flexibel und mit Begriffen wie open space office, Business Club, lean office, flexible office oder non-territorial office geplant.

Veränderte Büroarbeit fordert neue Raumstrukturen 

Wandel der Büroarbeit 

Hintergrund ist dafür der Wandel der Arbeit in allen Branchen, insbesondere in Dienstleistungs- und wissensintensiven Branchen. Das lässt sich mit den folgenden zentralen Trends beschreiben:

  • Ökonomie:
    weitgehende Ausrichtung aller Unternehmensteile auf ökonomische Vorgaben (Budgetvorgaben, Renditeziele, Kennziffernsteuerung  …) 
  • Technik:
    erhebliche Beschleunigung durch die informations- und Kommunikationstechnologien (EDV, Internet, Mail ..) und globale Vernetzung
  • Organisation:
    neue Organisationskonzepte durch flache Hierarchien, Projekt- und Teamarbeit sowie interdisziplinäre, dynamische und virtuelle Arbeitsstrukturen, die die Verantwortung dezentralisieren
  • Führung:
    weg von kontrollorientierten und hin zu ergebnisorientierten Konzepten, die indirekt mit Zielvereinbarungen, Vertrauensarbeitszeit, variablen leistungsbezogenen Entgeltbestandteilen die Arbeitsleistung in neuer Form anreizen und steuern
  • Zeit/Ort:
    Flexibilisierung der Arbeitszeiten und Arbeitsorte durch Zeitkontenmodelle, home office, desk sharing und mobile Arbeit bei Kunden
  • Qualifikation:
    zunehmende fachliche Anforderungen und Komplexität der Arbeitsinhalte, Personalentwicklungsprogramme für mehr eigenverantwortliche Aufgabeerfüllung und Selbstmanagement
  • Veränderung:
    Wandel als Dauerzustand und eine damit verbundene soziale Unsicherheit in Bezug auf die berufliche Position und Beschäftigung
Bild 1: Wandel der Arbeit und Wandel der Büroformen. (Quelle: Deutsche Gesellschaft für Immobilienfonds mbH Research 2005)
Konzepte passend zur Arbeitsweise

Entsprechend der neuen Formen der Arbeit im Büro –  als New Work bezeichnet -  sollen die dazu passenden Büroraumkonzepte flexibel, variabel nutzbar, kommunikationsförderlich und ökonomisch sein – so diskutieren es die Büroplaner und Unternehmensverantwortlichen. Ein öder Büroflur mit Einzelzellen passt nicht mehr in die schnelllebige Arbeitswelt. Büroräume müssen vielmehr die unterschiedlichen Bedarfe an Nutzung – für Teams, für Einzelarbeit, für spontane Abstimmungen und die Pausen zwischendurch unterstützen. Beschäftigte sind in vielen Berufsbezügen unterwegs, möchten auch zu Hause arbeiten, sind nicht immer vor Ort. Arbeitsplätze werden nicht genutzt. Auch das ist wichtig: Büroflächen in Innenstädten müssen sich „rentieren“, Nutzungszeiten und Standorte werden optimiert.

Offene Bürokonzepte werden deshalb sehr oft mit non-territorialen Büroprinzipien verbunden, den persönlich zugeordneten Arbeitsplatz gibt es dann nicht mehr und das Arbeitsplatzangebot wird reduziert. Jeder sucht sich morgens im Büro den passenden Ort für seine Aufgaben, für sein Meeting oder seinen schnelle Mailabruf vor dem nächsten Termin.

Offene Bürokonzepte sind die Antwort auf eine Entwicklung, bei der Ort und Zeit der Arbeit nicht mehr fest sind, sondern flexibel und offen bleiben und es nicht mehr um Führung durch Anwesenheitskontrolle sondern um Ergebnisvorgaben und eigenverantwortliche Steuerung geht. Die Entwicklung der IT macht das möglich, von allen Orten und auch von unterwegs kann man sich ins Unternehmensnetz einloggen oder Mails und Internet nutzen.

neues Layout für neue Arbeitsformen

Eine Umfrage des Fachverbandes der Büromöbelindustrie bso aus dem Jahr 2011 zeigt, dass die Mehrheit der Unternehmen deutliche Veränderungen in diese Richtung, und zwar zu mehr Teamarbeit, Eigenverantwortung, flexiblere Arbeitszeiten und Arbeitsorte sowie mehr Kreativität erwarten. Bereits über 17 % der befragten Firmen haben dazu schon Vorkehrungen getroffen und das Bürodesign umgestellt – sinnvoll und notwendig halten bereits über 40 % diesen Schritt. Wieviele bereits in offenen Bürostrukturen arbeiten, darüber schwanken die Angaben. Bevorzugt kann man sie in innovations- und tehcnikorientierten Unternehmen antreffen.

Bild 2: Entwicklung der Bürokonzepte und ihre Kennzeichen Anwesenheit und Arbeitsweise. (Quelle: Wikipedia)

Ziele offener Bürokonzepte

Offene Bürokonzepte gehen von einer offenen Raumfläche aus, die durch mobile Gliederungselemente in Zonen unterteilt wird. Planer und Unternehmensverantwortliche verfolgen eine Reihe von Zielen mit offenen Bürokonzepten.

An erster Stelle wird die Verbesserung von Kommunikation und Zusammenarbeit genannt. Der Abbau von Hierarchien, das schnelle Zusammensetzen von Projekten und Arbeitsgruppen und die Förderung der informellen und spontanen Kontakte werden erwartet. Offene Büroflächen stehen für den schnellen Austausch zwischen den Nutzern und für mehr Kreativität. Büroarbeit bedeutet heute vor allem die Be- und Erarbeitung von Wissen, sie erfordert einen intensiven Wissensaustausch. Das vorgegebene Abarbeiten von Vorgängen ist immer seltener – solcherart von Geschäftsprozessen sind meist schon als Workflows automatisiert. Die Kooperation ist zentral für wissensintensive Arbeitsaufgaben und kann in offenen Raumstrukturen besser organisiert werden.

Abläufe und Organisation sollen dynamischer, schneller, spontaner und unbürokratischer verlaufen und die persönliche Erreichbarkeit verbessert werden. Wege sollen kürzer werden, eigenverantwortliches Handeln gefördert werden, auch die Veränderungsbereitschaft und das ergebnisorientierte Arbeiten nach Zielen. Letztlich geht es darum, die Produktivität auf diese Weise zu steigern.

Bei offenen Bürokonzepte geht es auch um die Präsentation von Unternehmenswerten und Arbeitskultur: Offenheit, Transparenz, Teamgeist, Kreativität, Innovation.

Offenen Konzepte ermöglichen eine flexible und variable Raumnutzung für Teams und diverse Aufgaben. Bei Flächenplanung durch Investoren ist eine reversible Büroeinrichtung je nach Kundenanforderungen möglich. Telearbeit im home office oder mobile Arbeit bei Kunden läßt sich mit desk-sharing in offenen Bürokonzepten gut realisieren.

Die Konzepte sollen ebenfalls die Flächennutzung optimieren und die Kosten für Büroflächen und Arbeitsplatzausstattung senken. In Unternehmen, in denen die Anwesenheit vor Ort niedrig ist, bieten non-territoriale Bürokonzepte erhebliche Einsparmöglichkeiten.

Kennzeichen offener Bürokonzepte

Es reicht nicht, ein Gruppenbüro zum Flur hin zu öffnen auch ein klassisches Großraumbüro ist noch kein offenes Bürokonzept, auch wenn Übergänge fließend sind. Mit offenen Bürokonzepten ist immer eine Vielfalt unterschiedlicher Nutzungsmöglichkeiten der Büroflächen verbunden und ist eine Mischung aus Großraum-, Gruppen- und Kombibüro bei der zwei grundsätzlich verschiedene Zonen vorhanden sind: öffentliche, kommunikative Bereiche und die für den persönlichen Rückzug oder das konzentrierte Arbeiten.

Bild 3: Modellhaftes Bürolayouts eines Business Clubs. (Quelle: Wikipedia)

Typische Nutzungsflächen im open Space office:

  • Teamflächen und Arbeitsbereiche für kooperatives Arbeiten
  • Flächen für alle, die selten im Büro sind und viel Abstimmungserfordernisse haben
  • Arbeitsflächen für konzentriertes Arbeiten – think tank, silent room, Denkerzelle, Nest … kleine Zellen für privateres Arbeiten, für Rückzug oder vertrauliche Gespräche
  • Räume für Telefonkonferenzen  - telephone boxes – Telefonzellen mit entsprechender Schalldämmung
  • Meetingräume, Projekträume, Besprechungszonen für größere Gruppen
  • Kaffebars, Meetingpoints für den informellen Austausch, Lounges für lockere Besprechungen, Marktplätze für den Informations- und Gedankenaustausch – sie bieten ideenförderliche Umgebungen auch mal für ein ganzes Team. Kurzpausen sind hiermit erwünscht.
  • Entspannungs- und Ruheräume ermöglichen Erholung für die Langpausen. In Kreativräumen finden Gruppen eine innovative Umgebung.
  • Persönlich zugeordnete Arbeitsplätze können neben desk sharing Bereichen existieren, je nach Arbeitsbereichen.
  • Hot spots oder hot desk  sind für den Kurzaufenthalt gesondert ausgewiesene meist kleine Arbeitstische, auch mit Stehpulten und mit der Möglichkeit zum Einschalten ins Firmennetz zur Datenaktualisierung. Sie sind gedacht für Außendienstler oder auch für Kunden und Besucher.
  • Zentralisierte Technik- und Supportzonen,  Archive, Bibliotheken, Poststellen, Garderoben oder Help desk ergänzen das Gesamtkonzept.

Sind Arbeitsplätze nicht mehr persönlich zugeordnet,  sind Abstellflächen für die persönlichen Caddys einzuplanen oder auch „Heimatzonen“ mit festzugeordneten Abteilungen und Sekretariaten.

Folgen für die Arbeitssituation

Mehr Kommunikation

Arbeitswissenschaftliche Studien bestätigen, dass die Kommunikation in großen Büroformen zunimmt, man begegnet sich häufiger und spontane Ansprache ist möglich. Das hat im Rahmen der eigenen Arbeitsgruppe seine positiven Wirkungen und beschränkt sich in der Regel auf den nahen Umkreis. Bei sehr großen Flächen und völliger Durchmischung unterschiedlicher Arbeitsplätze wird die Situation anonym. Beeinträchtigung des Wohlbefindens durch Präsentiertellergefühl und fehlenden Vertrauensschutz können die Folge sein.

Entscheidend für das Wohlbefinden ist das psychologische Bedürfnis nach Rückzug und Kontrolle der persönlichen Präsenz: das kann über eine gute Zonierung und territoriale Strukturierung erreicht werden. Raumgrößen und Zonen müssen zu den Arbeitseinheiten und Tätigkeiten passen. Jede Abteilung sollte ihre optimale Raumstruktur entwickeln.

Beteiligung erforderlich

Ein Lean Office mit rein funktionalen und standardisierten Arbeitsplätzen ohne Einbezug der Mitarbeiter und ohne Möglichkeiten privater Gestaltbarkeit mindert das Wohlbefinden deutlich und kann die erwarteten Produktivitätseffekte senken, wie eine englische Studie aufzeigt. Beteiligung ist ein wichtiger Faktor für Akzeptanz. Beteiligt an Entscheidungen zur Arbeitsplatzgestaltung werden Mitarbeiter in Deutschland allerdings noch sehr selten, nur in sehr kleinen Unternehmen haben sie eine realistische Chance direkten Einfluss zu nehmen, wie die Befragung des Fachverbandes bso aus dem Jahr 2011 angibt.

Große Büroräume können krank machen

Eine Reihe von arbeitswissenschaftlichen Befragungen zeigen, dass neue Bürokonzepte und Großraumbüros vor allem durch Mängel bei der Akustik und durch fehlende Möglichkeiten des konzentrierten Arbeitens zu hohen psychischen Belastungen führen. Lärm wird als Stressfaktor Nr. 1 genannt. Häufige Unterbrechungen werden ebenfalls als Störung im Großraum genannt, sie kosten Zeit. Zusammenfassend gesagt, besteht in einem großen Teil offener und großer Büroräume ein erhöhtes Stressniveau durch Reizüberflutung, den ständigen Geräuschpegel, Verlust der Privatsphäre, Überwachungsdruck durch Kollegen und Vorgesetzte, Unterbrechungen. Auch ein erhöhtes Risiko für Erkältungskrankheiten läßt sich nachweisen. All das wirkt sich als erhöhtes Niveau von Gesundheitsbeschwerden und einem höheren Krankenstand aus.

Analyse der Bedarfe im Vorfeld

Offene Bürokonzepte erfordern bei der Planung den Bezug zu Aufgaben und Prozessen, zur Führungs- und Teamstruktur. Die Zahl der Rückzugsmöglichkeiten, der Besprechungsräume oder Meetingszonen muss dem Bedarf entsprechen. Sonst wird die verbesserte Kommunikation der einen zum Ärger für die anderen.

Grundsätzlich sollte offen bleiben, welche Büroform die passende für eine bestimmte Tätigkeit ist. Denn nicht immer sind spontane Kommunikation und begegnungsförderliche räumliche Offenheit wichtig für das Arbeitsergebnis. Zu empfehlen ist es deshalb vor der Planung, eine Ablaufanalyse und die Bewertung der Kommunikationsbedarfe durchzuführen. Auch die Analyse der benötigten Ablageflächen und Technikausstattung sollte im Vorfeld geschehen.

neues Arbeitsverhalten und Regeln erforderlich

Aber auch das Arbeitsverhalten muss sich unter offenen Strukturen verändern. Planer sprechen von einer Holkultur, Beschäftigte und Teams nutzen die Räume und Zonen, die sie im Moment brauchen. Dazu werden Nutzungsregeln erforderlich, um ein ausreichendes Maß an Gerechtigkeit und Störungsfreiheit zu sichern. Das Abstimmen der eigenen Bedürfnisse an Sonnenschutz oder Raumtemperatur mit denen der Anderen muss ebenfalls gelernt werden. 

großzügige Flächenplanung bringt Produktivität

Ein Open Space Konzept zur Unterstützung neuer Arbeitsformen erfordert großzügige Flächen mit Nutzungsvielfalt und eine angepasste Gestaltung, wenn es auch den erwarteten Produktivitätsgewinn nachhaltig realisieren will. Geht es beim offenen Bürokonzept nur um kurzfristige ökonomische Effekte und allein um Flächenverdichtung, bleibt ein enges Gruppenraumkonzept oder Großraumbüro mit allen Nachteilen übrig. Langfristig führt das zu einer deutlicher Beeinträchtigung von Gesundheit und Leistung und zu kontraproduktiven Folgen.

Ergonomische Anforderungen

Unterschiedliche Bedarfe beachten

Wer mobil und auch im home office arbeitet und nur an einem Tag der Woche im Büro ist bewertet Bürogestaltung völlig anders, als diejenigen die am festen Ort ihres persönlichen Arbeitsplatzes ihre Aufgaben erledigen. Wer viel mit Kunden telefoniert hat andere Anforderungen als ein Entwicklerteam oder eine Gruppe von Kreativen im Werbebereich. Das alles läßt sich durch einen offenen Planungsprozess mit den Beschäftigten und Führungskräften einfangen. Die erste Forderung zu Ergonomie und gesundheitsförderlicher Gestaltung von offenen Bürokonzepten ist ein beteiligungsorientierter Planungsprozess.

Regeln der Ergonomie eines Bildschirmarbeitsplatzes

Für Arbeitsplatz –und Raumgestaltung gelten die Grundregeln an Flächenbedarf, BeleuchtungKlimatisierung und Akustik. Große Raumtiefen erfordern Mehraufwand und haben große Qualitätsunterschiede der Arbeitsplätze zur Folge – z.B. in Bezug auf Tageslichteinfall und Störungspotentiale.

Visueller Komfort wird durch einen ausreichenden Tageslichtanteil erreicht. Arbeitsplatzbezogene Beleuchtungskonzepte sind notwendig um Jedem seinen individuellen Bedarf an Licht zu sichern. Klimatisierung und Lüftung soll zonenweise möglich sein.

Der zentrale Gestaltungsbereich ist der Schutz vor störenden Gesprächen aus Nachbarbereichen. Lärmschutz fängt bereits beim Raumkonzept an, bei der Gesamtgröße der Fläche und der Dichte der Belegung, bei den Rückzugsräumen und der Zahl der Besprechungsräume. Deckenhohe Zonierungen und ausreichend schallabsorbierende Flächen sind weitere wichtige Voraussetzungen zur Vermeidung von stressigem Lärm.

Anforderungen nach Norm

  • Flächenbedarf pro Bildschirmarbeitsplatz in der Arbeitsfläche: mindestens 8 m², in größeren Arbeitsräumen aufgrund des erhöhten Verkehrsflächenanteils 12-15 m²
  • freie unverstellte Bewegungsfläche am Arbeitsplatz 1,5 m²
  • mindestens 1 m tiefe Benutzerfläche am Arbeitstisch
  • Verkehrswegbreite bis 5 Benutzer mindestens 0,875 m
  • Arbeitstischflächen: Breite 1,60 m, Kurzzeitarbeitsplätzen und Bearbeitung von Unterlagen Breite 1,20 m 
  • durchschnittlicher Schalldruckpegel am Tag – Beurteilungspegel – 45 dB(A), der Richtwert von 55 dB()A ist nicht mehr zu empfehlen
  • ausreichend schallabsorbierende Flächen, Berechnung nach DIN 18041
  • Beleuchtungsstärke am Bildschirmarbeitsplatz mindestens 500 Lux, für Ältere bis 1000 Lux und individuell einstellbar
  • Raumtemperatur mindestens 21 °C und höchstens im Sommer 26 °C
  • leicht anpassbare Höhen der Arbeitstische, bei desk-sharing mit großem Verstellbarkeitsbereich

Die Arbeitsplatzausstattung sollte von sehr guter Qualität sein, das hat positive Wirkungen auf Beschäftigte und die „Office Performance“, wie das Fraunhofer Institut IAO 2003 feststellte. Steh-Sitz-Arbeitsplätze zur Prävention von Rückenschmerzen sind Stand der arbeitsmedizinischen Erkenntnisse und ein Muß für Unternehmen, die aktiv Gesundheitsförderung betreiben.

Wirtschaftlichkeit

Zellenbüros können aus dem Blickwinkel der Raumkosten wirtschaftlicher sein als ein open space office. Zellenbüros benötigen zwar Zwischenwandkonstruktionen, allerdings keine raumlufttechnische Anlagen. Aufgrund der notwendige Verkehrswege und Raumgliederungselemente  können in offenen Bürostrukturen nicht mehr Arbeitsplätze untergebracht werden als in Zellebüros. Strukturen wie der Business Club mit breiter Mittelzone für Austausch und Technik haben einen erhöhten Flächenbedarf und erfordern größere Gebäudetiefen. Bau- und Betriebskosten der Bürokonzepte sollten deshalb geprüft werden.

Gute Büroarbeit in offenen Bürostrukturen

Menschengerechte Bürokonzepte ermöglichen beides: Kommunikation und Konzentration. Wenn offene Bürokonzepte Gesundheit und Leistung fördern sollen, dann müssen sie:

  • Individualität sichern
  • konzentriertes Arbeiten ermöglichen
  • ein angemessenes Maß an Rückzug und Privatheit ermöglichen
  • Zusammenarbeit und Teamstrukturen unterstützen
  • Informelle Begegnungen fördern
  • für Offenheit und Transparenz sorgen
  • Abläufe durch funktionelle Technik und Anordnung der Zonen unterstützen
  • ein ausreichendes Maß an Autonomie bei der Aufgabenbearbeitung ermöglichen

Bürokonzepte unterliegen der Mitbestimmung des Betriebs- und Personalrates .

 

Der Servicebereich

Rechtsquellen und Normen

Gesetze und Verordnungen
  • Arbeitsstättenverordnung (ArbstättV), Anhang 1.2, 1.8, 2.3, 3.1
  • Technische Regeln für Arbeitsstätten: ASR A2.2 Maßnahmen gegen Brände, ASR A2.3 Fluchtwege, Notausgänge, Flucht- und Rettungsplan, ASR 3.4 Beleuchtung, ASR A3.4/3 Sicherheitsbeleuchtung, ASR 3.5 Raumtemperatur, ASR A3.6 Lüftung, ASR V3a.2 barrierefrei Gestaltung von Arbeitsstätten, ASR A1.6 Fenster, ASR A1.7 Türen, ASR A1.8 Verkehrswege, ASR 4.3 Pausen- und Bereitschaftsräume, ASR A1.3 Sicherheitskennzeichnung  
Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Informationen
  • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 650: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze. Leitfaden für die Gestaltung. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2012, download unter www.vbg.de
  • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 774: Arbeitssystem Büro. Hilfen für das systematische Planen und Einrichten von Büros. VBG Verwaltungs-Berufsgenossenschaft
  • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 5050: Büroraumplanung. Hilfen für das systematische Planen und Gestalten von Büros. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2005   
  • Berufsgenossenschaftliche Information BGI 5128: Arbeitsstätten sicher planen und gestalten. Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2008

Normen

  • DIN 4543: Büroarbeitsplätze, Teil 1 Flächen für die Aufstellung und Benutzung von Büromöbeln

Literatur  

Literaturmarker Zum Einlesen:   

Industriegewerkschaft Metall (Hrsg.):
Wie viel Platz muss sein?
Tipps für den Arbeitsplatz Extra Nr. 49. IG Metall Vorstand 2013, verfügbar als download   (649 kB)

Scherbaum, Manfred:
Büroraumgestaltung. Handlungshilfe.
hg. v. IG Metall Vorstand, Frankfurt 2014, bestellen bei www.igmetall.de   

Spath, Dieter / Bauer, Wilhelm / Braun, Martin:
Gesundes und erfolgreiches Arbeiten im Büro.
Berlin (Erich Schmidt Verlag) 2011

Martin, Dr. Peter:
Fallbeispiele: Neue Konzepte zur Flexibilisierung der Büroarbeit.
erstellt im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung 2007,
Büro für Arbeitsgestaltung und Arbeitsschutz (www.dr-peter-martin.de)
verfügbar als download (3,5 MB)

Literaturmarker Zum Vertiefen:  

Kleinhenz, Stefan:
Der Büroarbeitsplatz. Handbuch für die Gestaltung von Arbeitsplätzen in Büros.
Heidelberg (Dr. Curt Haefner Verlag) 2011

bso Verband der Büro-, Sitz- und Objektmöbel/ Büro-Forum:
bso-Studie 2011
download unter www.buero-forum.de

Stadler, S.:
Open Space Büros. Eine Studie über die Machbarkeit und Umsetzung von offenen Bürostrukturen.
hg. von Hans Böckler Stiftung 2011,   download unter www.boeckler.de  

Hochschule Luzern Technik & Architektur/Eidgenössisches Volkswirtschaftsdepartement SECO (Hrsg.):
SBiB Studie: Schweizerische Befragung in Büros.
Bern 2010, verfügbar als download (2,5 MB)

Dr. Craig P. Knight, Prof. S. Alexander Haslam:
The Relative Merits of Lean, Enrichted, and Empowerd Offices: An Experimental Examination of the Impact of Workspace Management Strategies on Well-Being and Productivity.
Journal of Experimental Psychology, Juni 2010

Prof. Dr. Dieter Lorenz:
Büro 2009: Anspruch und Wirklichkeit.
Vortrag, Hochschule für Technik Gießen

Kiper, Manuel:
Nomaden in neuen Bürowelten?
in: Computer und Arbeit 11/2009, www.bund-verlag.de , verfügbar als   download  (314 KB)

Windlinger, L. /Zäch, N.:
Wahrnehmung von Belastungen und Wohlbefinden bei unterschiedlichen Büroformen.
in: Zeitschrift für Arbeitswissenschaft (61) 2007/2

IG Metall:
Gute Arbeit im Büro. Neue Bürokonzepte gemeinsam gesund gestalten. 
Arbeitshilfe 20, Frankfurt 2004

Fraunhofer Institut Arbeitswirtschaft und Organisation (Hrsg.):
Zukunftsoffensive Office 21 - Mehr Leistung in innovativen Arbeitswelten.
Köln/Stuttgart (Egmont vgs Verlagsgesellschaft mbH) 2003 

Literaturmarkerweitere Bücher und Broschüren

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Letzte Änderung: 4.10.2011

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Rechtsquellen
  • Arbeitsstätten-
    verordnung
     


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Literaturtipp
  • Spath / Bauer / Braun:
    Gesundes und erfolgreiches Arbeiten im Büro. 2011


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