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Arbeit im Büro gesund gestalten

Grundwissen
Auswahl anerkannter Beurteilungsverfahren

Autorin: Regine Rundnagel

Zur Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung von  Bildschirmarbeit im Betrieb stehen eine große Anzahl unterschiedlicher Verfahren zur Verfügung. Die Auswahl sollte sich an folgenden Punkten orientieren:

  • Es soll eine Überprüfung des persönlichen Arbeitsplatzes durch Beschäftigte selbst vorgenommen werden (Selbsttest für Laien).
  • Es soll eine erste Grobanalyse mit einem orientierenden Verfahren durchgeführt werden und damit Anhaltspunkte für den Einsatz weiterer vertiefender Verfahren gewonnen werden.
  • Es soll eine Feinanalyse durch Experten/Expertinnen durchgeführt werden, um die Gefährdungen und ihre Ursachen genauer ermitteln zu können.  

Die hier gezeigte Auswahl präsentiert wissenschaftlich geprüfte, praxiserprobte und in der Arbeitswissenschaft allgemein anerkannte Verfahren. Einige Verfahren sind nicht nur im Bereich der Bildschirmarbeit anwendbar. Die Auswahl stellt keine Wertung dar.

  Analysebereiche Selbsttest für Laien   Grobanalyse,
orientierende Verfahren
für geschulte Laien und Experten/ Expertinnen
Feinanalyse für geschulte Laien und Experten/ Expertinnen 
Komplett-
verfahren*
  • Bifra Fragebögen

 

  • ABETO,
  • SGA,
  • SANUS,
  • DIALOG - Programm
  • BALY 
  • GEA (auch Behinderten-Arbeitsplätze)
  • ABETO,
  • SANUS, 
  • SIGMA/BASA,
  • Systemische Arbeitsplatz-
    analyse 
Hardware, Arbeitsplatz, Arbeits-
umgebung
  • Arbeitsplatz-
    check Büroarbeit
  • Checklisten ABETO,
  • SAHIB von SANUS,
  • LASI-Checkliste,
  • ASCA-Modul Bildschirmarbeit,
  • WEKA-Programm,
  • DIALOG-Programm
  • Feinanalyse 
    ABETO, 
  • SIGMA/BASA,
  • Systemische Arbeitsplatz-
    analyse
psychische Belastungen  
  • Selbstest
    Stress
  • Checkliste Stimmung im Betrieb

 

  • KFZA (in ABETO enthalten), Impulstest2
  • Fragebogen und Checkliste Oppholzer,
  • ASCA-Modul Psychische Belastungen
  • ChEF - Checklisten
  • PsyBel Sue Analyseinstrument psychische
    Belastungen
  • KABA,
  • RHIA/VERA,
  • BALY,
  • BEBA von SANUS,
  • SynBA von SANUS
Gesundheits-
status
 
  • Work Ability Index,
  • GESBI - Fragebogen,
  • ChEF - Checklisten zur Beanspruchung
  

Software

  • Checklisten
    Software
  • ISONORM in ABETO,
  • QSS von SANUS
  

* z.T. ohne umfassende Beurteilung psychischer Belastungen

Kennzeichen der genannten Gefährdungsbeurteilungsverfahren:

ABETO

ABETO Arbeitsanalyse nach Bildschirmarbeitsverordnung 
mit Ergonomie-Prüfer der TBS NRW  

Peter Martin, Jochen Prümper, Gerd von Harten:
Ergonomie-Prüfer zur Beurteilung von Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen (ABETO).
Frankfurt/Main (Bund-Verlag) 2008

Der Ergonomie-Prüfer enthält die vollständigen Checklisten und Fragebögen für eine Grob- und für eine Feinanalyse von Bildschirmarbeit einschließlich Software und psychischer Belastungen sowie gesundheitlicher Beanspruchungen sowie Informationen zu allen relevanten arbeitswissenschaftlichen Grundlagen und Regelwerken. Beschäftigte sind durch Fragebögen und Workshops einbezogen. 

Die Arbeitsplatzanalyse ABETO wendet sich mit einer Grobanalyse an Beschäftigte, mit einer Feinanalyse an Fachkräfte. Der Fragebogen besteht aus 145 127 Fragen. Es werden für die Grobanalyse ca. 20 - 25 Minuten Zeitaufwand benötigt. Diese Fragebögen stehen auch online zur Verfügung. 

Mehr Informationen und Bezug:

Arbeitsplatzcheck

Arbeitsplatzcheck: Büroarbeit,  Bildschirmgestaltung, Umgang mit elektrischen Geräten der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft

Die online nutzbaren Fragebögen eigenen sich zur Grobanalyse für Beschäftigte. 

  • Online-Nutzung: Praxishilfen/Checklisten der Themenseite Büro der VBG 
    www.vbg.de   Themenseiten Büro 

ASCA

ASCA-Module zur Analyse der Bildschirmarbeit und psychischen Belastungen der Arbeitsschutzverwaltung Hessen  

Modul zur Ermittlung psychischer Belastungen an Bildschirmarbeitsplätzen, hrsg. vom Hessischen Sozialministerium, Wiesbaden: www.sozialnetz-hessen.de, Hessisches Sozialministerium, Abteilung III, Dostojewskistraße 4, 65187 Wiesbaden 

ASCA ist ein umfassendes Erhebungsinstrumentarium mit einem system- und organisationsbezogenen Ansatz für die Revisionstätigkeit der Arbeitsschutzverwaltung. Es enthält u.a. Fragebögen zu

  • betriebliche Arbeitsschutzorganisation
  • Platzbedarf im Arbeitsraum /am Arbeitsplatz
  • Klima im Arbeitsraum /am Arbeitsplatz
  • Beleuchtung in Arbeitsbereichen
  • Bildschirmarbeit
  • Psychische Belastungen aus Arbeitsaufgabe, Arbeitsorganisation und Software

Der Modul Bildschirmarbeit enthält Fragen zu Beleuchtung, Arbeitsplatz, Hardware, Unterweisung, Arbeitsmedizinische Vorsorge, Arbeitsaufgabe und Software. Die expertenorientierten Instrumente eignen sich für geschulte Nutzer, es sind Beobachtungsinterviews an ausgewählten Arbeitsplätzen zur Erhebung psychischer Belastungen vorgesehen. Die Hessische Arbeitsschutzverwaltung bietet dazu Schulungen für Betriebe an. 

BALY

Leitfaden zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen an Bildschirmarbeitsplätzen nach dem BALY-Verfahren der TBS Berlin-Brandenburg  

U. Kreutner, B. Johst:
Leitfaden zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen an Bildschirmarbeitsplätzen nach dem BALY-Verfahren (Beteiligungsorientierte Arbeitsplatzanalyse) hrsg. von  DGB-Technologieberatung e.V., Kleiststr. 19-21, 10787 Berlin, Berlin 1997 

BALY ist eine beteiligungsorientierte Vorgehensweise zur Analyse von Bildschirmarbeitsplätzen, bei dem in Workshops ausgewählte Mitarbeiter bedingungsbezogene physische und psychische Belastungen an den Arbeitsplätzen in ihrer Abteilung/ihrem Betrieb untersuchen.  Neben der Analyse und Gestaltung der Arbeitsmittel und der Arbeitsumgebung steht die Analyse von Behinderungen bei der Aufgabenerledigung klar im Mittelpunkt , um so einer wesentlichen Ursache für psychische Belastungen auf die Spur zu kommen. 

Das expertenorientierte Verfahren beinhaltet schrifltiche und mündliche Befragungen und benötigt 1,5 Stunden pro Arbeitszeit zuzüglich Vorbereitung. Dabei werden die Bereiche Arbeitsumgebung, Arbeitsmittel, Software, Arbeitsaufgaben, Handlungsspielraum, Zeitspielraum, Zusammenarbeit, Regulationshindernisse erfasst und bewertet. 

Mehr Informationen und Bezug:

BEBA

BEBA  - Verfahren zur Analyse psychischer Belastungen bei Büroarbeit von SANUS  

Pohlandt, A.; Jordan, P.; Maßloch, C.; Ott, K.; Hacker, W.:
Psychische Belastungen bei Büroarbeit analysieren und abbauen durch Aufgaben- und Organisationsgestaltung.
In: Burmester, M. et al.: Das SANUS-Handbuch. Bildschirmarbeit EU-konform gestalten. Bremerhaven: Wirtschaftsverlag NW 1997 (Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Fb 760), Teil II.3 A.

Die Publikation beim Verlag vergriffen. Verfahren kann beim Autoren kostenfrei angefordert werden.  

Mit BEBA werden psychische Belastungen bei Büroarbeit ermittelt, die durch eine ungenügende Gestaltung der Arbeitsaufgabe und/oder Arbeitsorganisation bedingt sind. Das Verfahren besteht aus 19 Fragen in den Bereichen Arbeitsaufgabe, Arbeitsorganisation und Techniknutzung. Es werden wissenschaftliche Empfehlungen und Richtwerte zur optimalen Arbeits- und Organisationsgestaltung angegeben. 

Das Screeningverfahren besteht aus mündlicher und schriftlicher Befragung zu den Bereichen Arbeitsaufgabe, Techniknutzung und arbeitsbedingte gesundheitliche Beschwerden. Die schriftliche Befragung nimmt 10 Minuten und das Interview 30 Minuten in Anspruch.    

Mehr Informationen:

Bifra

Bifra Bildschirm-Fragebogen  

Müller, B.H.; Schäfer, A.; Lang, K.-H.; Gebhardt, Hj.:
Bildschirmplatzanalyse mit dem mitarbeiterorientierten BiFra-Verfahren,
in: sicher ist sicher, 54 (2003), Berlin, Heft Oktober 2003

Bei Bifra handelt es sich um eine rechnergestützte schriftliche Befragung zu den Bereichen: Technische Gestaltung, Umgebungsbedingungen, Softwareergonomie, Arbeitsaufgaben, Gesundheitsschutz. Der Fragebogen in unterschiedlichen Varianten ermöglicht eine Schwachstellenanalyse für Bildschirmarbeitsplätze. Er wurde vom Institut ASER e.V. an der Bergischen Universität Wuppertal entwickelt und steht online oder für ein Intranet zur Verfügung. Er bietet dann interaktiv mängelspezifische Gestaltungsvorschläge an. Zur Bearbeitung werden 20 - 30 Minuten benötigt. Das orientierende Verfahren ist zur Selbstanwendung auch für ungeschulte Nutzer/Nutzerinnen geeignet. Folgende Fragebögenvarianten stehen zur Verfügung:

Mittlerweile liegen von fast 18.000 Arbeitsplätzen Daten aus dem Mitarbeiterfragebogen vor. Das Gesamtergebnis läßt sich als Vergleichsmaßstab nutzen. Es kann auf den Seiten des Instituts Aser eingesehen online werden.

ChEF-Checklisten

ChEF - Checklisten zur Erfassung von Fehlbeanspruchungsfolgen  

verfügbar in:

Berufsgenossenschaftliche Information GUV I 8766
Psychische Belastungen Checklisten für den Einstieg,
hg. von Bundesverband der Unfallkassen 2004,
download unter http://regelwerk.unfallkassen.de/

Berufsgenossenschaftliche Information BGI 609:
Stress am Arbeitsplatz,
hg. von Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften 2003

Gruber/Mierdel:
Leitfaden für die Gefährdungsbeurteilung,
VerlagTechnik & Information e.K. 2003 

Richter, G.; Friesenbichler, H.; Vanis, M.:
Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz. Teil 4. Psychische Belastungen – Checklisten für den Einstieg.
Tharandt: InfoMedia Verlag e.K. 2004 

Richter, G.:
Checklisten zur Erfassung von Fehlbeanspruchungsfolgen.
in: Pickshaus, K.; Schmitthenner, H.; Urban, H.-J.: Arbeiten ohne Ende. Neue Arbeitsverhältnisse und gewerkschaftliche Arbeitspolitik. (CD-Rom der IG-Metall) Hamburg: VSA-Verlag 2001 

Mit 4 Checklisten werden durch Selbst- und Fremdbeurteilung von Belastungen und Beanspruchungen die Beanspruchungsfolgen der Bereiche
psychische Ermüdung,
psychische Sättigung,
Stress und
Monotonie 

in Form einer Grobanalyse erfasst. Jede Checkliste enthält Fragen nach Tätigkeitsmerkmalen, Merkmalen aus den Bereichen Leistung und Verhalten und wichtigen Arbeitsumgebungsbedingungen, die die Wirkung der Tätigkeitsmerkmale verstärken können. 

Das orientierende Verfahren ermöglicht die Erfassung und die Bewertung psychischer Belastungen und Beanspruchungen und ihrer Folgen. Es ist die schriftliche und mündliche Befragung und eine Beobachtung vorgesehen, 10 Minuten müssen für die schriftliche Befragung und 15 Minuten für die Beobachtung veranschlagt werden. Geeignet ist das Verfahren auch für die Nutzung in Zirkeln bei gleicher Tätigkeit, insbesondere in Klein- und Mittelbetrieben. Das Verfahren wurde von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin entwickelt. 

Checklisten Software

Checklisten Software der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft   

Berufsgenossenschaftliche Information 
BGI 852-3: Einrichten von Software. Leitfaden und Check für Benutzer.
BGI 852-4: Software-Kauf und Pflichtenheft.
hg. von der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft 2005 

Die online zur Verfügung stehenden Checklisten umfassen den gesamten Bereich der Software-Ergonomie:

  • Prüfung und Bewertung der Software-Ergonomie - Bildschirmformular-/Maskengestaltung
  • Prüfung und Bewertung der Software-Ergonomie - Dialoggestaltung
  • Prüfung und Bewertung der Software-Ergonomie - Menügestaltung
  •  Software-Einrichtungscheck für Benutzer
  • Umgang mit Software - Selbsttest für Mitarbeiter und Führungskräfte 
  • Führungskräftebefragung zur Zufriedenheit bei Softwarearbeiten  
  • online-Checklisten: Praxishilfen/Checklisten der VBG verfügbar unter www.vbg.de - Themenseiten Büro 
Checkliste Stimmung im Betrieb

Kurze Checkliste zum Betriebsklima zur Grobanalyse für Beschäftigte der TBS NRW mit 22 Fragen. Eine Auswertungshilfe zur Bewertung der Ergebnisse steht zur Verfügung. Die Checkliste ist zum Selbstcheck geeignet und gibt Hinweise auf Problembereiche, allerdings keine Bezüge zu Maßnahmen.

Dialog-Programm

DIA.L.O.G. EDV-gestützte Beurteilung der Arbeitsbedingungen am Bildschirm- und Büroarbeitsplatz der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft  

DIA.L.O.G ist ein Diagnoseleitfaden auf CD-ROM zur Beurteilung der Organisation und Gestaltung der Arbeit am Bildschirmgerät und im Büro. Dia.L.O.G. ermöglicht die Durchführung und Dokumentation der Arbeitsplatzbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz und der Bildschirmarbeitsverordnung. Es enthält für den betrieblichen Anwender/-in Materialien über Abläufe und Gestaltungshinweise für die Durchführung der Bildschirmarbeitsplatzuntersuchung. 

Fragebogen ISONORM

Fragebogen ISONORM 9241/10 von Jochen Prümper & Michael Anft,  Teil des ABETO-Instrumentariums  

J. Prümper:
Der Benutzungsfragebogen ISONORM 9241/10: Ergebnisse zur Reliabilität und Validität
in: R. Liskowsky u.a. (Hg.): Software-Ergonomie '97, Stuttgart 1997 

Fragebogen ISONORM  9241/10 wurde von Prümper und Anft 1993 entwickelt und basiert auf der Norm DIN EN ISO 9241 Teil 10 (neu: Teil 110) zu den softwareergonomischen Anforderungen an die Dialoggestaltung. Der Fragebogen ist beteiligungsorientiert anwendbar und benötigt softwareergonomische Kenntnisse zur Auswertung. 

Mehr Informationen und Bezug:

Fragebogen/Checkliste Oppolzer

Fragebogen und Checklisten zur Ermittlung gesundheitlicher Gefährdungen durch negative psychische Belastungen von Oppolzer  

Fragebogen und Checklisten sind zur Selbsteinschätzung der Beschäftigten und Fremdeinschätzung durch Arbeitsschutzexperten angelegt. Der unten genannte Band enthält eine Einführung in das Thema psychische Belastungen, Fragebogen und Checkliste sowie eine Anleitungen zur Organisation der Gefährdungsbeurteilung und zur Bewertung von Ergebnissen.

Bezug:

  • A. Oppolzer :
    Psychische Belastungen in der Arbeitswelt,
    hg. von der Berufsgenossenschaft Handel und Warendistribution, Mannheim 2009
  • Psychische Belastungen beurteilen - aber wie? Eine betriebliche Handlungshilfe für Gefährdungsbeurteilungen.
    hg. von IG Metall Vorstand, Projekt Gute Arbeit, 2. Auflage, Frankfurt 2005, zu bestellen und www.igmetall.de/gutearbeit

GEA

Gefährdungsanalyse an EDV-Arbeitsplätzen für Beschäftigte mit und ohne Behinderungen

Weber, Harald:
Entwicklung eines Gefährdungsanalyse-Instrumentariums zur Beurteilung von EDV-Arbeitsplätzen für Beschäftigte mit und ohne Behinderungen.
(Der Andere Verlag) 1999, ISBN: 3-9806537-6-5

Das Beurteilungsinstrument sieht die aktive Beteiligung der Beschäftigten und den Einsatz von Experten/-innen vor. GEA eignet sich für Beschäftigte mit den verschiedensten Behinderungen und erlaubt auch die Bedienung mit einem Finger, Stirnstab, mit einem Positionierungsmedium (z.B. Trackball) etc. Folgende Analysebereiche werden berücksichtigt:

  • Gestaltung der Arbeitsstätte und des Arbeitsplatzes, 
  • Arbeitsmittel,
  • Arbeitsverfahren, Abläufe und Arbeitszeit,
  • Qualifikation und Unterweisung,
  • Soziales Umfeld

Der Zeitaufwand zur Durchführung einer Analyse beträgt durchschnittlich 30 - 45 Minuten.

Gesbi

GESBI - Fragebogen Gesundheit am Bildschirmarbeitsplatz  

Ertel, Junghanns, Ullsperger:
GESBI Analyse der psychomentalen Beanspruchung,
hg. von der Bundesanstalt für Arbeitsmedizin, Schriftenreihe Fb 12.003, Berlin 1994 

Mit dem Fragebogen werden die bei Bildschirmarbeit auftretende psychomentalen Beanspruchungen  (z.B. durch hohe Konzentrationsanforderungen) erfasst und Fehlbeanspruchungen erkannt.  Hieraus können sich gezielte Ansätze zur Gesundheitsförderung ergeben. Der Fragebogen ist modular aufgebaut und auf Tätigkeiten im Büro- und Verwaltungsbereich mit den Schwerpunkten Textverarbeitung, Dateneingabe bzw. -abfrage und Softwareentwicklung bei bereits eingerichteten Bildschirmarbeitsplätzen ausgerichtet. 

Bezug:

  • Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin
    Informationszentrum, Postfach 170202, 44061 Dortmund

KABA

KABA Verfahren Kontrastive Aufgabenanalyse  

Dunckel, H., Volpert, W., Zölch, M., Kreutner, U., Pleiss, C.; Hennes, K. (unter Mitarbeit von R. Oesterreich & M.G. Resch):
Kontrastive Aufgabenanalyse im Büro. Der KABA-Leitfaden.
Zürich (vdf Hochschulverlag) und Stuttgart (Teubner) 1993 

Die "Kontrastive Aufgabenanalyse (KABA)" ist ein arbeitspsychologisches Verfahren zur Analyse von psychischen Belastungen an Büro- und Verwaltungsarbeitsplätzen. Das Verfahren ist bedingungsbezogen und beteiligungsorientiert. Arbeitsorganisation, -bedingungen und -aufgaben werden bewertet und dabei 8 Humankriterien für menschengerechte Arbeitsgestaltung verwendet. KABA zielt auf eine vergleichende Gegenüberstellung (Kontrastierung) von Mensch und Technikgestaltung (bes. IuK-Techniken), mit der die Förderlichkeit und Unterstützung des Menschen und der Arbeitsaufgaben durch die Technik gemessen werden soll. Die Analyse erfolgt systembezogen, d. h., es erfolgt eine Einordnung in die Arbeitsorganisation und den Arbeitsbereich sowie eine Analyse der Arbeitsaufgabe(n) vor dem Hintergrund vorhandener oder geplanter I&K-Technik. 

Die Analyse erfolgt mittels Beobachtungsinterviews.  Die Dauer des Beobachtungsinterviews am Arbeitsplatz beträgt drei Stunden bei einer Arbeitsaufgabe, ca. fünf Stunden bei zwei Arbeitsaufgaben; die Ergebnisdokumentation drei Stunden. Der Leitfaden ist modular einsetzbar. KABA ist als Kurzform vorhanden, es wird als Leitfaden für Feinanalyse-Workshops innerhalb des ABETO-Verfahrens benutzt. 

Mehr Informationen:

Kurzfragebogen KFZA und Impulstest2

Kurzfragebogen KFZA von J. Prümper, K. Hartmannsgruber, M. Frese, Teil des ABETO Verfahrens  

J. Prümper, K. Hartmannsgruber, M. Frese:
KFZA - Kurzfragebogen zur Arbeitsanalyse,
in: Zeitschrift für Arbeits- und Organisationspsychologie 39/1995 

Der Einsatz des Fragebogens ist geeignet für geschulte Personen und gerichtet an die Beschäftigten. Der KFZA bietet mit nur 26 Fragen die Möglichkeit zu einem Screening und der Erfassung von positiven und negativen Einflüsse der Arbeits- und Organisationsstruktur auf die psychischen Belastungen. Die subjektive Arbeitsanalyse mit KFZA umfasst die Aspekte Arbeitsinhalte, Ressourcen und Stressoren der Arbeit sowie das Organisationsklima. Der Aufwand zur Beantwortung beträgt 5 - 10 Minuten. 

Der KFZA ist offizielles Verfahren zur Evaluation psychischer Belastungen der österreichischen Allgemeine Unfallversicherungsanstalt. Er ist in der Toolbox der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gelistet und ist Teil des ABETO-Verfahrens. Der KFZA erfüllt statistische Gütekriterien. Er enthält keine Items zu Arbeitszeit oder zu emotionaler Belastung.  

Erweitert wurde der KFZA um die Dimension des eigenen Anspruchs - also die Soll- oder Wunschangabe. Er wird in dieser Variante als Impulstest angeboten. Ein Vergleich der Diskrepanz zwischen Realität und Wunsch ist möglich und gibt zusätzliche Informationen. Zum Impulstest gibt es einen umfangreiche Anleitung für Vorbereitung und Einsatz, die leider nicht mehr im Internet verfügbar sind. Es werden hierin Hinweise zur Beurteilung der Ergebnisse gegeben. Diese Weiterentwicklung wurde im Auftrag der österreichischen Sozialpartner (AK, ÖGB, WKÖ) durchgeführt.

Der Impulstest2 löst den alten Impulstest ab. Er wird als online Verfahren angeboten. Er umfasst folgende Merkmalsbereiche:

  • Arbeitsanforderungen: Quantitative und qualitative Arbeitsanforderungen
  • Umgebungsbedingungen: Expositionen, Ergonomie
  • Aufgaben und Abläufe: Vielseitigkeit, Vollständigkeit, Gestaltungsspielraum
  • Organisationskultur: Perspektiven, Beteiligung
  • Soziales Umfeld: Kommunikation, Rückhalt

Der Impulstest2 ist nicht frei erhältlich.  

Bezug KFZA:

  • Peter Martin, Jochen Prümper, Gerd von Harten:
    Ergonomie-Prüfer zur Beurteilung von Büro- und Bildschirmarbeitsplätzen (ABETO).
    Frankfurt/Main (Bund-Verlag) 2008 
  • Berufsgenossenschaftliche Information GUV I 8766
    Psychische Belastungen Checklisten für den Einstieg
    hg.von Bundesverband der Unfallkassen 2004, download unter http://regelwerk.unfallkassen.de/
    enthält unter dem Namen IMPULS (alt) eine Variante des KFZA, die nach Ist und SOll (Wunsch) differenziert und ein Auswertungsschema anbietet
  • download (auch als IST-SOLL-Version) und Einzelplatz-online-Version unter www.htw-berlin.de  unter: Prof. Prümper

Bezug Impulstest2:

  • https://www.impulstest2.com
  • Gabriele Richter, Martin Schütte:
    Portraits exemplarisch ausgewählter Analyseinstrumente und -verfahren.
    in: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Hrsg.): Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen. Berlin (Erich Schmidt Verlag) 2014
LASI - Checkliste

LASI-Handlungsanleitung zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen bei Bildschirmarbeit  

Dr. Prangert, Dr. Bernt; Thüringer Ministerium für Soziales und Gesundheit:
LASI Handlungsanleitung zur Beurteilung der Arbeitsbedingungen bei Bildschirmarbeit
Erfurt, 1997 hrsg. von Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) 

Das orientierende Beurteilungsinstrument zur Grobanalyse beinhaltet , anhand insgesamt 60 Fragen, die mit Ja/Nein-Entscheidungen zu beantwortensind. Es ist unterteilt in 15 Bereiche zu Hard- und Software, Möbel, Arbeitsumgebung sowie zur medizinischen Vorsorgeuntersuchung und Arbeitsorganisation. Zur Ermittlung psychischer Belastungen wird auf weitergehende Beurteilungen verwiesen. Die dazugehörigen "Erläuterungen und Zusatzinformationen zum Arbeitsblatt" enthalten Informationen zum Ausfüllen des Fragebogens sowie zu den Fragen in bezug auf den Arbeitsschutz und die Bildschirmarbeitsverordnung. 

Mehr Informationen und Bezug:

QSS

QSS von SANUS  

M. Burmester, C. Görner, P-H.. Vossen, T.-M. Zolleis, V. Zouboulidis:
Qualitatives Softwarescreening.
In: Burmester u. a. (Hrsg.): Bildschirmarbeit EU-konform. Das SANUS-Handbuch, Bremerhaven 1997  

QSS ist ein Verfahren zur Bewertung von Software innerhalb des Komplettverfahrens SANUS. Es basiert auf dem Fragebogen ISONORM 9241/10 von J. Prümper/M. Anft und ist ein zweistufiges Verfahren mit 7 Blöcken á jeweils 5 Merkmalen. Die Auswertung der Fragebögen kann ergänzt werden um eine persönliche Befragung durch betriebliche Experten. 

Bezug: 

  • Burmester u.a. (Hrsg.):
    Das SANUS-Handbuch: Bildschirmarbeit EU-konform. Information, Analyse, Gestaltung
    Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Forschungsbericht, Fb 760,
    Bremerhaven (Wirtschaftsverlag NW Verlag für neue Wissenschaft GmbH) 1997, E-Mail: vertrieb@nw-verlag.de
PsyBel

Analyseinstrument psychische Belastungen Sozial- und Erziehungsdienste

Das Instrument wurde mit zusätzlichen Spezialmodulen für Kita und Allgemeiner sozialer Dienst entwickelt. Das Kernmodul umfasst 50 Items und ist für Dienstleistungsarbeit geeignet. Belastungsfaktoren wie Emotionsarbeit oder Arbeitszeit sind enthalten. PsyBel ist ein Screeninginstrument mit arbeitswissenschaftlicher Grundlage. Es erfüllt die Anforderungen der Empfehlungen der Gemeinsamen deutschen Arbeitsschutzstrategie. Es verfügt nicht über statistische Gütekriterien.

Bezug:
  • ver.di Fachbereich Gemeinden (Hrsg.):
    Arbeitshilfe zur Gefährdungsbeurteilung in Kindertageseinrichtungen und Allgemeinen Sozialen Diensten. Die Erhebung psychischer Belastungen im Sozial- und Erziehungsdienst – das ver.di-Modul mit Handlungshilfen. (Autoren: Regine Rundnagel, Beate Runge, Barbara Zimmermann, Godehard Baule)
    Broschüre 2010 
  • download unter  ratgeber-psychische-belastung.de/psybel/

 

RHIA/VERA

RHIA/VERA-Büro-Verfahren: Verfahren zur Ermittlung von Regulationserfordernissen und Regulationsbehinderungen in der Arbeitstätigkeit von Leitner u.a.  

Leitner, K.; Lüders, E.; Greiner, B.; Ducki, A.; Niedermeier, R.; Volpert, W.:
Analyse psychischer Anforderungen und Belastungen in der Büroarbeit, Das RHIA/VERA-Büro-Verfahren,
Handbuch, Göttingen (Hogrefe-Verlag für Psychologie) 1993 

Lüders, E.: Analyse psychischer Belastungen in der Arbeit. Das RHIA-Verfahren.
In: Dunckel, H. (Hrsg.): Handbuch psychologischer Arbeitsanalyseverfahren. Zürich (vdf Hochschulverlag) 1999 

Das Expertenverfahren RHIA/VERA-Büro ist ein psychologisches Arbeitsanalyseverfahren zur Untersuchung von Tätigkeiten in Büro und Verwaltung. Es zielt sowohl auf die Analyse der durch die Arbeitsaufgaben geforderten Denk- und Planungsprozesse als auch auf die Ermittlung psychisch belastender Arbeitsbedingungen ab.

RHIA wurde von LEITNER et al. (1987) entwickelt, um Tätigkeiten analysieren, bewerten und gestalten zu können, die den Beschäftigten keine oder nur wenig Möglichkeiten zu eigenen Denk-, Entscheidungs- und Planungsleistungen bieten. Im RHIA-Verfahren werden psychische Belastungen als Behinderungen aufgefasst, die entstehen, wenn die betrieblich festgelegten Durchführungsbedingungen in Widerspruch zur Erreichung der Arbeitsergebnisse treten.

Mit dem VERA wird untersucht, in welchem Ausmaß eine Arbeitstätigkeit Denk-, Entscheidungs- und Planungsprozesse erfordert und ermöglicht. Das VERA hat sich u. a. bei folgenden Untersuchungsanliegen bewährt: Ableitung lernförderlicher Gestaltungsmaßnahmen, Vergleich von Arbeitstätigkeiten verschiedener Inhalte oder Untersuchung der Auswirkungen neuer Techniken. 

Die Erhebungen erfolgen in Form von Beobachtungsinterviews durch fachkundige Anwender/-innen, die sich vor der Anwendung mit den theoretischen Grundlagen und den im Manual gegebenen Definitionen und Beschreibungen vertraut machen müssen. Das RHIA/VERA-Büroverfahren gliedert sich in fünf Teile mit insgesamt 46 Fragebereichen. Es geht bei der Anwendung um eine Tätigkeitsbewertung und Tätigkeitsgestaltung. 

Bezug:

SANUS

SANUS mit Teilverfahren SAHIB, BEBA und QSS  

Burmester u. a. (Hrsg.):
Bildschirmarbeit EU-konform. Das SANUS-Handbuch – Information, Analyse, Gestaltung.
Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Fb 760, Bremerhaven (Wirtschaftsverlag NW) 1997

Das Projekt SANUS "Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an Bildschirmen auf der Basis internationaler Normen und Standards" der Bergischen Universität Wuppertal wurde 1994-1997 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und entwickelte praktische Hilfen zur Bewertung und Sicherung der Normkonformität von Bildschirmarbeitsplätzen. 

Das Handbuch SANUS beinhaltet eine mehrstufige beteiligungsorientierte Vorgehensweise bei der unter Nutzung unterschiedlicher Verfahren Hard-und Software sowie Arbeitsorganisation und psychische Belastungen untersucht werden.  Es richtet sich an Verantwortliche wie die Unternehmensinhaber oder die Sicherheitsfachkraft, den Betriebsarzt oder externer Berater/-innen. 

Mehr Informationen und Bezug:

Selbsttest Stress

Kurzfragebogen zu Stressbelastungen 

verfügbar in:  

  • Berufsgenossenschaftliche Informatión BGI 609:
    Stress am Arbeitsplatz,
    Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften 2003
  • Techniker Kankenkasse:
    Der Stress,
    23. Auflage 2013
  • online unter Kurzfragebogen zur Stressbelastung

Der kurze Test ist geeignet zur Selbstüberprüfung der eigenen Arbeitsituation durch Beschäftigte. 

SGA - Screening Gesundes Arbeiten

INQA - Initiative Neue Qualität der Arbeit (Hrsg.):
Der Leitfaden zum Screening Gesundes Arbeiten (SGA). Physische und psychische Gefährdungen erkennen - gesünder arbeiten!
Dortmund 2009

Das Instrument SGA ist ein Leitfaden zur Durchführung von Beobachtungsinterviews und richtet sich an Experten/-innen wie Führungspersonen, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Interessenvertretungen. Anlassbezogen oder präventiv lassen sich damit Gefährdungen erkennen. Der SGA ist einsetzbar im Rahmen der betrieblichen Gefährdungsbeurteilungen im Sinne einer Grobanalyse. Der Leitfaden setzt sich zum Ziel Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zu vermindern. Er kann in allen Tätigkeitsbereichen aller Branchen eingesetzt werden und ist kein explizit für Bildschirmarbeit ausgerichtetes Instrument. Es enthält auch keinen Bezug zur Qualität von Bildschirm, Eingabemitteln oder Software. Ergänzungen mit anderen Verfahren sind zur Durchführung einer vollständigen Gefährdungsermittlung und der Risikobeurteilung notwendig.

Für die Durchführung eines Beobachtungsinterviews durch Fachpersonen werden 25 Minuten Zeitaufwand veranschlagt.

Der Leitfaden besteht aus drei Teilen:

  • Einführung in die Handhabung des Instruments und die Voraussetzungen ein für den Einsatz in der betrieblichen Praxis
  • Leitfaden SGA-Beobachtungsinterview, mit dem die Arbeitsbedingungen in den Betrieben im Rahmen von Interviews ermittelt werden. Die Ergebnisse dienen den Betrieben dann als Grundlage für die Gefährdungsbeurteilung.
  • Wissensspeicher zur Erkennung möglicher Defizite bei der Arbeitsplatzgestaltung sowie daraus resultierende Gesundheitsrisiken und allgemeine Lösungsansätze für häufig auftretende Probleme

Die Methode SGA ist Bestandteil des Qualifizierungskonzeptes "Ausbildung zum Fachreferenten für rückengerechte Verhältnisprävention" der Aktion gesunder Rücken (AGR). Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) wird in ihrem branchenspezifischen Competency-Based Training (CBT) SGA im Bereich "Bewegungssystem - Rücken" für die Branche Krankenhaus verwenden.

Bezug und weitere Informationen sowie download

Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin www.baua.de  
www.inqa.de
www.screening-gesundes-arbeiten.de

SIGMA/BASA

SIGMA und BASA - Screening-Instrumente zur Bewertung und Gestaltung von menschengerechten Arbeitstätigkeiten und Arbeitsbedingungen des Landes NRW  

Hilgers, Salewski-Renner, Windel, Zimolong:
Screening-Instrument zur Bewertung und Gestaltung von Menschengerechten Arbeitstätigkeiten,
Ruhr-Universität Bochum 2000 

Richter, G.: Psychologische Bewertung von Arbeitsbedingungen.
Bremerhaven (Wirtschaftsverlag NW ) 2001 (Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Fb 909) 

Das Instrument dient der Bewertung und Gestaltung von menschengerechten Arbeitstätigkeiten und der Erfassung von psychischen Belastungen an allen Arbeitsplätzen und wendet sich an Fachkräfte. Es ist modular aufgebaut, es werden Beobachtungen und Befragungen durchgeführt. BASA ist als Screeninginstrument für Beschäftigte vorgesehen. Die Instrumente werden vom staatlichen Arbeitsschutz in NRW eingesetzt. 

SIGMA ist ein Verfahren zur Analyse und Dokumentation von Belastungen, die gesundheitsgefährdende Folgen nach sich ziehen können. Es lassen sich Arbeitstätigkeiten aus verschiedenartigen Anwendungsbereichen (z.B. im Büro, in der Produktion, in der Krankenpflege usw.) untersuchen. Mit SIGMA werden durch Beobachtungen und Beobachtungsinterviews Probleme aufgedeckt, die aus den folgenden Bereichen stammen können:
  1. Arbeitstätigkeit
  2. Arbeitsumgebung
  3. Arbeitsorganisation
  4. Besondere Anforderungen / Spezifische Belastungen.

Grundsätzlich ist das Verfahren für alle Personen geeignet, die Kenntnisse im Bereich der Arbeitswissenschaft/Arbeitspsychologie besitzen oder über praktische Erfahrungen im Bereich der betrieblichen Sicherheits- und Gesundheitsarbeit verfügen. Eine mindestens eine dreitägige praxisorientierte Anwenderschulung ist Voraussetzung oder eine umfangreiche Einführung durch das SIGMA-Handbuch.  

BASA ist ein Screeningverfahren, mit dem Arbeitsplatzinhaber zu den ergonomischen, technischen und organisatorischen Bedingungen an ihren Arbeitsplätzen befragt werden. Im Rahmen von Sicherheits- und Gesundheitszirkeln ist ein partizipativer Einsatz möglich. Außerdem stehen eine Beobachtungsversion und ein Leitfaden zur Gruppendiskussion zur Verfügung. Der Fragebogen auf der Grundlage von DIN ISO 10075 Teil 3 bezieht sich auf die Bereich Ergonomie, Technik und Arbeitsorganisation. Ergebnisse bestehen in der Ableitung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes (Anzeige von Gestaltungs-, Qualifizierungs- oder Feinanalysebedarf) und im Erkennen von sicherheits- und gesundheitsförderlichen Aspekten (Ressourcen). Die anonyme Einzelbefragung dauert 15 bis 30 Minuten, der partizipative Einsatz  45 Minuten. Es steht ein  computergestütztes Auswertungsprogramm zur Verfügung. 

Zugang im Internet

  • Bundesanstalt für Arbeitschutz und Arbeitsmedizin, Informationen für die Praxis. Handlungshilfen und Praxisbeispiele
    www.baua.de

SynBA

SynBA – Synthetische Beanspruchungsanalyse, Teil des SANUS-Verfahrens  

R. Schwarz, U. Schmitz: 
Die synthetische Beanspruchungsanalyse (SYNBA): Methode und Anwendungsbeispiel.
In: Z. f. Arbeitswissenschaft 48, 1994, 4, S. 225-236 

Wieland-Eckelmann, R.; Saßmannshausen, A.; Rose, M.; Schwarz, R.:
Synthetische Beanspruchungsanalyse – SynBA-GA.
In: Dunckel, H. (Hrsg.): Handbuch psychologischer Arbeitsanalyseverfahren. Schriftenreihe Mensch-Technik-Organisation, Band 14. Zürich (Verlag der Fachvereine) 1999 

SynBA ist ein beteiligungsorientiertes Verfahren zur Bewertung psychischer Belastungen an Bildschirmarbeitsplätzen innerhalb des Komplettverfahrens SANUS. Mittels Fragebögen werden die subjektiv erlebten Beanspruchungen und die zugehörigen Belastungsquellen ermittelt und bewertet. 

Die Bearbeitung des Fragebogens benötigt 25 Minuten. Die Auswertung und Interpretation der erhobenen Daten sollte durch geschulte Experten/Expertinnen (z. B. Arbeitspsychologen, Arbeitswissenschaftler) erfolgen. 

Bezug:

  • Wieland, R., Krajewski, J. & Klemens, S.: SynBA-Version 2004 – Manual. Wuppertal: Bergische Universität Wuppertal 2004.
  • Wieland, R. SynBA-Datenbank: Rechnergestützte Version des SynBA-Verfahrens, Kompetenzzentrum für Fortbildung und Arbeitsgestaltung: Bergische Universität Wuppertal 2004
  • Wieland, R.; Saßmannshausen, A.; Rose, M.: Das SynBA-Verfahren. Verfahrensbeschreibung, Auswertungsmanual, Anwendungsbeispiel und SynBA-KF.
    In: Burmester, C. et al. (Hrsg.): Bildschirmarbeit EU-konform. Das SANUS-Handbuch – Informationen, Analysen, Gestaltung. Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Bremerhaven (Wirtschaftsverlag NW) 1997

Systemische Arbeitsplatzanalyse

Systemische Arbeitsplatzanalyse von Hahn und Lorenz  

H. Hahn, D. Lorenz:
Die systemische Beurteilung der Bildschirmarbeit. Eine Arbeitshilfe für die Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Hrsg.: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund 1997

Eisfeller, G. ; Lorenz, D.; Schubert, P.:
Die systemische Beurteilung von Bildschirmarbeit,
Quartbroschüre Organisation Nr. 1, Hrsg: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund, 2001 

Das Instrumentarium erfordert Expertenwissen und unterstützt z.B. die Arbeit der Fachkraft für Arbeitssicherheit. An konventionellen Büroarbeitsplätzen können Gefährdungspotentiale durchschnittlich in weniger als 15 Minuten pro Arbeitsplatz erkannt und dokumentiert werden. An Bildschirmarbeitsplätzen beträgt der Zeitaufwand weniger als 30 Minuten. Das Verfahren ist softwareunterstützt. 

Mehr Informationen und Bezug:

WEKA

WEKA Verlag Praxis: Bildschirmarbeitsplatzanalyse  

"Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz im Büro", Software zur Bildschirmarbeitsplatzanalyse in Zusammenarbeit mit AOK und Gesellschaft für Arbeitsschutz- und Humanisierungsforschung 2001,
online-Version oder 3 Bände DIN A4 plus CD-ROM   

Das Paket enthält Mustervorlagen für Gefährdungsbeurteilungen, Betriebsanweisungen und Arbeitsmitteldatenblätter, Begehungs-Checklisten, Präsentationen für Unterweisungen und Aufklärungsposter. Es werden alle Untersuchungsbereiche, wie  Arbeitsplatz, Arbeitsumgebung, Arbeitsmittel, Software, und einige Fragen zur Arbeitsorganisation abgedeckt. Die Analyse psychischer Belastungen ist hiermit nur in Ansätzen zu bearbeiten. 

Work Ability Index

WAI Work Ability Index - Arbeitsbewältigungsindex  

K. Tuomi, J. Ilmarinen, A. Jahkola, L. Katajarinne, A. Tulkki:
Arbeitsbewältigungsindex - Work Ability Index
Bremerhaven, 2001. (Schriftenreihe der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: Übersetzung, Ü 14) 

Der WAI misst die individuelle Arbeitsfähigkeit der Beschäftigen, was im Zusammenhang mit alternden Belegschaften Bedeutung erhält.  Er gibt nicht nur aktuelle Auskünfte über das Potential des einzelnen Mitarbeiters/Mitarbeiterin, sondern erlaubt auch gezielte Prognosen. Grundsätzlich ermöglicht das Wissen um die Arbeitsfähigkeit des Einzelnen gezielte und wirkungsvolle Präventivmaßnahmen - und damit den Erhalt und die Verbesserung der Arbeitsfähigkeit. Der Schutz der Beschäfitgten vor einer "Auslese" muss beim Einsatz gewährleistet sein. Ein Einsatz sollte durch den Betriebsarzt erfolgen.  Die Fragen richten sich auf

  1. die Arbeitsfähigkeit im Vergleich zu der besten jeweils erreichten,
  2. auf die Arbeitsfähigkeit in bezug auf die Bewältigung der aktuellen Arbeitsanforderungen,
  3. die Anzahl der aktuellen, vom Arzt diagnostizierten Erkrankungen,
  4. die geschätzte Beeinträchtigung der Arbeit als Folge der Erkrankungen,
  5. auf den Krankenstand während des letzten Jahres,
  6. auf die eigene Vorhersage der Arbeitsfähigkeit in den nächsten 2 Jahren und
  7. auf die mentale Ressourcen zur Bewältigung der Arbeitsanforderungen.

Der Index ist geeignet für alle Arten von Arbeitsplätzen und lässt Vergleiche zu. 

Mehr Informationen:

  • Forschungsprojekt der Bergischen Universität Wuppertal im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2003-2005 www.arbeitsfaehigkeit.net/


Der Servicebereich

Rechtsquellen und Normen

Informationsquellen im Internet  

Die Toolbox der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gibt einen Überblick über Verfahren zur Analyse psychischer Belastungen. Eine Einführung in die Thematik und Qualitäten von Instrumenten ist vorhanden.

Das Portal zu Methoden der Gefährdungsbeurteilung ermöglicht den Zugang zu branchenbezogenen oder gefährdungsbezogenen Verfahren über eine Datenbank mit Handlungshilfen zur Gefährdungsbeurteilung. Kurze Einführungen zu Gefährdungsarten sind abrufbar.

Literatur 

Bücher und Broschüren zur Gefährdungsbeurteilung

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Letzte Änderung: 22.2.2015

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Rechtsquellen
  • Bildschirmarbeits-
    verordnung 


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