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Betriebliche Gesundheitsförderung in Europa: Internationale Aktivitäten des Europäischen Informationszentrums

Autor: Barbara Orfeld, Gregor Breucker

Übersicht

  • Das Europäische Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung möchte betriebliche Gesundheitsförderung europaweit publik machen.
  • Dazu wurden in verschiedenen Projekten vorbildliche europäische Praxisbeispiele für Unternehmen unterschiedlicher Größenklassen sowie den öffentlichen Sektor zusammengetragen.
  • Derzeit liegt ein Arbeitschwerpunkt bei der Förderung der Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer.
  • Auch die Verankerung von Maßnahmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung in osteuropäischen Mitgliedsstaaten und den neuen Beitrittsländern zählt momentan zu den Hauptaufgaben.

Die Europäische Kommission hat sich bereits 1997 entschlossen, den Aufbau eines Europäischen Netzwerkes für betriebliche Gesundheitsförderung (ENWHP) durch die Bereitstellung von entsprechenden Finanzmitteln zu unterstützen. Alle 15 Mitgliedstaaten der EU, die Länder des Europäischen Wirtschaftsraumes sowie die osteuropäischen Kandidatenländer sind darin vertreten.

Nationale Kontaktstelle des Netzwerkes für Deutschland ist das Europäische Informationszentrum beim Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK), die internationale Koordination liegt bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), Dortmund. Die Mitglieder dieses Netzwerkes kommen aus den Bereichen des traditionellen Arbeitsschutzes sowie der öffentlichen Gesundheitsvorsorge. Diese Kooperation entspricht der Zusammenarbeit zwischen Krankenversicherungen und Unfallversicherungen auf nationaler Ebene und setzt die Intentionen der EU-Rahmenrichtlinie in die internationale Praxis um.

Ziel

Das Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, betriebliche Gesundheitsförderung als ganzheitliche Aufgabe europaweit bekannt zu machen. Folgende Arbeitsschwerpunkte haben dabei bislang eine besondere Rolle gespielt:

  • Erfolgsfaktoren und Qualität betrieblicher Gesundheitsförderung
  • Betriebliche Gesundheitsförderung in Klein- und Mittelunternehmen
  • Betriebliche Gesundheitsförderung in der öffentlichen Verwaltung

Erfolgreicher Rückblick

Dem Netzwerk ist es gelungen, ein gemeinsames, europaweites Verständnis von betrieblicher Gesundheitsförderung zu entwickeln, das in der Luxemburger Deklaration festgehalten ist. In vier abgeschlossenen Projekten wurden Qualitätskriterien definiert und vorbildliche europäische Praxisbeispiele für größere, kleine und mittlere Unternehmen sowie für Organisationen der öffentlichen Verwaltung dokumentiert. Zudem hat das Netzwerk  gemeinsame politische Empfehlungen für die Gestaltung von betrieblicher Gesundheitsförderung entwickelt und den Aufbau von Infrastrukturen (nationale Netzwerke) in den einzelnen Ländern vorangetrieben. Es dient inzwischen als das Forum für den europaweiten Erfahrungsaustausch über  betriebliche Gesundheitsförderung.

Gegenwärtige Arbeitschwerpunkte

Seit Mai letzten Jahres widmet sich das Netzwerk in seiner fünften Gemeinschaftsinitiative der Entwicklung und Dokumentation von Strategien und Aktionen, welche die Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmer in Europa fördern. In einer sechsten Initiative werden in zwei getrennten Projekten unter Führung der Nationalen Kontaktstelle in Deutschland und in Polen besondere Anforderungen der betrieblichen Gesundheitsförderung in osteuropäischen Mitgliedsstaaten sowie den neuen Beitrittsländern ermittelt und gleichzeitig Strukturen zur Verbreitung einer guten BGF-Praxis in diesen Ländern aufgebaut.

Nutzen für Unternehmen

Das ENWHP hat neben "Qualitätskriterien für die betriebliche Gesundheitsförderung" auch einen "Fragebogen zur Selbsteinschätzung für Unternehmen" entwickelt. Beide Medien geben Unternehmen Werkzeuge an die Hand, die sie bei der Selbstbewertung und Verbesserung ihrer gesundheitsfördernden Maßnahmen unterstützen. Die dokumentierten Praxisbeispiele vermitteln Betrieben darüber hinaus ein Erfahrungswissen, wie betriebliche Gesundheitsförderungsprogramme ihren nationalen nd strukturellen Erfordernissen entsprechend erfolgreich durchgeführt werden  können. Zusätzlich stehen den Unternehmen die Nationalen Kontaktbüros in ihren jeweiligen Ländern als Ansprechpartner zur Verfügung.

Der Servicebereich

Kontaktadressen:


Europäisches Informationszentrum
c/o Bundesverband der BetriebskrankenkassenKronprinzenstr. 6
45128 Essen
Tel.: 0201 179-1297 od. 1298, Fax: (0201) 179 1032
E-Mail: enwhp@bkk-bv.de

Weitere Informationen zum Europäischen Netzwerk für Gesundheitsförderung sowie Materialien sind abrufbar unter www.enwhp.org.

DNBGF - Geschäftsstelle
c/o BKK Bundesverband
Kronprinzenstraße 6
45128 Essen
Tel.: 0201-179-1475
Fax: 0201-179-1032
Email: dnbgf@bkk-bv.de

Das Deutsche Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung bietet Informationen unter: www.dnbgf.de

Literatur

  • download Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union unter Download-Area

Bücher und Broschüren zur betrieblichen Gesundheitsförderung 

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Letzte Änderung: 4.8.2005

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