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Arbeit im Büro gesund gestalten

Grundwissen
Gesunde Ernährung im Büro

Autor: Susanne Teige

Übersicht

  • Richtig Essen im Job ist wichtig für die Leistungsfähigkeit, auch im Büro.
  • Das Frühstück beugt Leistungstiefs am Vormittag vor.
  • Zwischendurch kann Nascherei ein Leistungstief vermhindern.
  • Wer sein Mittagessen gesundheitsbewusst auswählt, tankt dabei wertvolle Energie für den Nachmittag.
  • Wer eine Kantine hat, ist nicht automatisch gut versorgt.
  • Abwechslung in der Lunchbox beugt einseitiger Ernährung vor.
  • Zwischenstopp am Kiosk sollte man sinnvoll wählen.
  • Trinken im Arbeitsalltag nicht vergessen!

Teilzeit, Vollzeit, Denkzeit – Essen im Job

Egal, ob Teilzeit oder Vollzeit - geregelte Mahlzeiten und Essenspausen brauchen wir alle, um im Job leistungsfähig zu bleiben. Viele Berufstätige nehmen diese einfache Binsenweisheit nicht ernst. Die aktuelle Datenlage über das Essverhalten Berufstätiger ist besorgniserregend. Fehlendes Ernährungswissen und eine Vorliebe für das Falsche führen zu ernährungsbedingten Krankheiten, zu Arbeitsausfällen und letztendlich sogar zu einem vorzeitigen Ausscheiden aus dem Berufsleben. Von überall her rieseln Informationen über Ernährung auf uns ein, doch sind die meisten nicht in der Lage, das Richtige für sich heraus zu filtern: Sie essen zu fett, zu süß und zu wenig Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Das kann sich heutzutage eigentlich niemand mehr erlauben.

Eine auf den Arbeitsalltag abgestimmte Ernährung hat einen positiven Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Die jeweiligen Mahlzeiten beeinflussen unser Denken und Können für die darauf folgenden Stunden, und zwar jeden Tag aufs Neue. Ob die persönlichen Akkus voll oder leer sind, entscheidet über die kurzfristige individuelle Leistungsfähigkeit. Langfristig schränken Krankheitsfolgen aufgrund falschen Essverhaltens die Arbeitsfähigkeit ein und beeinflussen die weiteren beruflichen Chancen.

Essverhalten Berufstätiger:

Bei der Gestaltung der Mittagspause sind Berufstätige häufig nachlässig. Nur jeder Dritte wählt dazu Obst oder Gemüsestückchen oder isst einen Salat. 41 Prozent essen Nebenher am Arbeitsplatz und jeder Zehnte lässt das Essen gleich ganz ausfallen, so die von der DAK in Auftrag gegebene Forsa-Studie zu Essen im Arbeitsalltag 2006 (mehr unter www.presse.dak.de.).

Denken:

Die Arbeitsleistung hängt eng mit Essen und Trinken zusammen. Für Konzentration und Leistungsfähigkeit ist eine ausgewogene Ernährung unerlässlich. Rund 15 Prozent des täglichen Energiebedarfs wird allein vom Gehirn verbraucht.
Fehlernährung und unregelmäßige Mahlzeiten bringen Nachteile wie

  • minimale Erholung in den Pausen
  • Konzentrationsmangel
  • schlechte Laune
  • Leistungsabfall
  • Müdigkeit
  • tiefe Mittagslöcher
  • Heißhunger
  • Gewichtsprobleme

Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, VIS Verbraucherinformationssystem Bayern: Gesunde Ernährung für Eilige: Ernährung für Berufstätige. (mehr unter  www.vis-bayern.de/ernaehrung/fachinformationen)

Das Frühstück beugt Leistungstiefs am Vormittag vor

Was für Autos gilt, trifft auch auf Menschen zu. Sind die Reserven verbraucht, dann ist Auftanken nötig, am besten mit Stress abbauenden Freizeitaktivitäten, ausreichend Schlaf und gesundem Essen.

Nur Kaffee am Morgen? Da reagiert der Magen sauer und der Kopf bedankt sich mit gähnender Leere. Wer morgens noch keinen Hunger hat, kann das Frühstück verschieben, aber er sollte es nicht ausfallen lassen.

Tipp: Wenigstens mit einem Glas Obst-/Gemüsesaft starten (evtl. 2 Löffel Haferflocken unterrühren).

Spätestens kurz bevor Computer und Hirn endgültig auf Hochtouren laufen müssen, ist eine kleine Mahlzeit fällig. Das Gehirn arbeitet nämlich nur, wenn es Glucose (Zuckermoleküle) bekommt.
Woher bekommt das Gehirn diesen Zucker? Dazu hat es drei Möglichkeiten: Erstens, es lässt sich die Reste vom Vortag kommen. Das sind die Glykogenspeicher in Leber und Muskel, die aber morgens irgendwann nur noch auf Reserve laufen. Zweitens, es lässt sich auf eine süße Nascherei ein. Doch nach kurzer Zeit ist alles aufgebraucht und der Hunger umso größer. Drittens, das Gehirn wird kontinuierlich mit Zuckerenergie aus langsam verdaulichen Kohlenhydraten versorgt, weil es morgens Vollkornbrot oder Müsli mit Milch/Joghurt und Obst gab. Wer klug ist und bleiben will, macht genau das.

Zwischendurch: Spagat zwischen Nichts und Nascherei

Die mit dem Essen aufgenommene Energie (gewonnen aus zu Glucose abgebauten Kohlenhydraten) gewährleistet Aufmerksamkeit und Konzentration, das Erinnerungs- und Reaktionsvermögen sowie die Assoziationsfähigkeit (vgl. Broschüre zum Projekt „JOB&FIT“des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung, Seite 6).

Wenn die Leistung nachlässt, wenn Hirn und Bauch leer sind, dann braucht der Mensch eine Pause und etwas zu Essen. Eigenartigerweise glauben viele Menschen, dass dieser Zustand durch Ignorieren vergeht und wundern sich dann, dass sie gestresst, gereizt und schlecht belastbar sind. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät daher zu kleinen Zwischenmahlzeiten (www.dge.de: Essen am Arbeitsplatz und in der Kantine, S. 1). Diese helfen, Leistungstiefs zu vermeiden. Um es noch einmal in aller Deutlichkeit zu betonen: Leistungstiefs belasten die Arbeitsleistung, verzögern, untergraben und boykottieren sie und sind vielleicht genau der Grund, warum am Ende des Arbeitstages noch so viel Arbeit und so wenig Tag übrig ist.

Die Ernährungsexperten der DGE warnen jedoch davor, nebenbei am Arbeitsplatz zu essen. Wer nebenbei alles verschlingt, während die Gedanken an der Arbeit haften, spürt kaum Sättigung, betrügt sich um den Genuss des Essens und um die kurze, den Stress abbauende Erholungspause.

Geht uns zwischendurch am Tag die Puste aus, dann sorgt am besten eine kleine Pause Abseits vom Schreibtisch für Nachschub. Bereits der Gang an einen anderen Platz macht wieder munter. Am besten streckt man sich auch mal und öffnet das Fenster, damit wieder Sauerstoff im Raum ist, wenn man zurückkommt.

Geeignet für Zwischendurch sind fettarme und langsam verdauliche, kohlenhydratreiche Lebensmittel. Also Obst und Gemüse sowie Vollkorn- und Milchprodukte (möglichst zuckerfrei). Tipp: statt Sahne-Fruchtjoghurt besser Magermilchjoghurt natur mit frischem Obst essen und statt Schokolade auch mal ein paar Gemüsestückchen mit Kräuterquark knabbern (weitere Ernährungstipps der Deutschen Gesellschaft für Ernährung unter www.dge.de).


Wer sein Mittagessen gesundheitsbewusst auswählt, tankt dabei wertvolle Energie für den Nachmittag

Im heutigen Zeitalter von Computer, Technik, moderner Industrie und Dienstleistungsunternehmen gibt es mehr Schreibtischtäter als Schreibtischbauer. Zum modernen Homo sapiens-sitzt-und-denkt-viel passt am besten ein Mahl mit wenigen Kalorien, das nicht stundenlang schwer im Magen liegt. Das Essen sollte fit und leistungsfähig halten. Es muss vitamin- und mineralstoffreich sein und auch alle anderen lebenswichtigen Stoffe enthalten: z.B. Ballaststoffe für die Verdauung, sekundäre Pflanzenstoffe fürs Immunsystem, essentielle Fettsäuren wie Omega-3-Fettsäuren für das Herz-Kreislauf-System und essentielle Aminosäuren für alle möglichen Stoffwechselfunktionen und die Fitness. Die geeignete Auswahl benötigt nur ein wenig Köpfchen, also ein Heimspiel für alle geistig Tätigen.

Bild 1: Vollwertige Mittagessen. (Quelle: www. jobundfit.de )

Salat, Gemüse, Kartoffeln, Vollkornreis/-nudeln oder Vollkornbrot und ein bis zweimal pro Woche mageres Fleisch (oder eine vegetarische Beilage), ansonsten Kräuterquark, mageren Käse und Joghurt und auch mal ein Ei oder eine Linsensuppe – das sind wichtige Bausteine zum mittäglichen Auftanken.
Die wichtigsten Orte des Zugriffs sind die Kantine, die Lunchbox (im Aufenthaltsraum oder auf der Parkbank … möglichst nicht am Arbeitsplatz essen, was jeder zweite aber macht) oder der Imbiss um die Ecke. Diese bergen so ihre Tücken – aber egal woher das Essen stammt, eine gesunde Mischung lässt sich immer finden. Lecker fett war gestern, lecker fit steht ab sofort auf dem Speiseplan.

Entscheiden Sie außerdem, was Ihnen wichtiger ist, ein opulentes Mittagessen mit den Kollegen oder eine warme Mahlzeit mit der Familie am Abend. Zweimal eine üppige Hauptmahlzeit am Tag ist einmal zu viel. Doch wie gegensteuern? Z.B. in der Kantine oder im Restaurant den Salat mit Brot wählen. Abends immer gezielt für Ausgleich sorgen. War es tags schon reichlich, dann langt jetzt Gemüse, Rohkost, Obst, magerer Aufschnitt, eine leichte Suppe etc.

Tipp: Das Mittagsdessert für den Nachmittag aufheben.

Am Arbeitsplatz essen:

41 % der in Deutschland Berufstätigen essen am Arbeitsplatz, 24% in der Kantine, 25 % essen im Freien oder in der Gemeinschaftsküche und 20% außerhalb des Betriebs im Restaurant oder unterwegs am Kiosk etc., 21 % essen auch öfters mittags zu Hause , so das Ergebnis der Forsa-Studie zu Essen im Arbeitsalltag 2006. (mehr unter www.presse.dak.de - Bei den Prozentangaben waren Mehrfachnennungen möglich)

Wer eine Kantine hat, ist nicht automatisch gut versorgt

Positiv ist, wer in der Kantine isst, macht Pause und ist danach satt. Aber dass die Leistung danach wieder Höchstmaß hat, ist nicht garantiert. Allzu fettig-deftige Kost macht die Bäuche dick und das Denken träge. Generell schlechte Kantinenangebote oder ungesunde Essensvorlieben boykottieren die persönliche Leistungsfähigkeit am Nachmittag. Ob die Kantinenbetreiber einen guten Job gemacht haben, lässt sich feststellen, anhand von Qualitätsstandards. Im Rahmen des Projekts „Job&Fit – Mit Genuss zum Erfolg“ wurden im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) in Zusammenarbeit mit Experten aus Wissenschaft und Praxis 2008 die ersten bundesweiten Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung erarbeitet.

Immerhin nehmen von 38,6 Mio. Erwerbstätigen in Deutschland rund 14,5 Mio. das Verpflegungsangebot am Arbeitsplatz in Anspruch. 80% der Ausgaben werden dabei für Mahlzeiten in den Betriebskantinen aufgewendet (Ernährungsumschau Heft 4/08: aktuell/ernährungslehre & - praxis: Katharina Goerg: Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung, Seite B13-B16). Da liegt es nahe, genau hier, nämlich beim Kantinenangebot den Hebel für Gesundheit und Leistungsfähigkeit anzusetzen. Wichtigste Grundlage der definierten Standards ist eine Auswahl an Lebensmittel, die im Kantinenangebot immer enthalten sein sollte, um dem ernährungsbewussten Gast eine vollwertige Ernährung zu ermöglichen:

Qualitätstandard Kantine: das sollte dabei sein:
  • Obst und Gemüse, frisch (im Ganzen oder als Rohkost/Salat) und gegart sowie dazu Nüsse und Same
  • Kartoffeln (unfrittiert!)
  • Vollkornreis und Vollkornnudeln
  • Mageres Fleisch, Fisch und hochwertige Öle
  • Magere Milchprodukte
  • Wasser und Saftschorlen.

Aufgrund der anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelten standardisierten Qualitätskriterien hat nun jeder Betrieb die Chance, seiner Verantwortung im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung gerecht zu werden und für Gesunderhaltung und Wohlbefinden seiner Mitarbeiter/-innen zu sorgen.

Als Hilfestellung für die adäquate Umsetzung in die Praxis stehen jedem interessierten Betrieb nährwertberechnete Rezepte, einzeln oder als Vier-Wochenspeisepläne sowie diverse weitere Informationsmaterialien nebst der Beschreibung der Qualitätsstandards zur Verfügung (unter www.jobundfit.de als pdf-Dokumente abrufbar). Auch gibt es mittlerweile nährwertoptimierte  Speisepläne in der Betriebsverpflegung (green line etc.) 

Wer wissen will, ob seine Kantine Top oder Flop ist, kann den Kantinenschnelltest der DGE machen (www.dge.de „Essen am Arbeitsplatz und in der Kantine“).

Inhalte des Kantinenschnelltest der DGE:
  • Gibt es mehrere Gerichte/Menüs bzw. Speisekomponenten zur Auswahl? 
  • Werden auch fleischlose Gerichte und Fisch angeboten? 
  • Wird zwischen Kartoffeln, Reis und Nudeln abgewechselt? 
  • Werden täglich Gemüse, frischer Salat und Obst angeboten? 
  • Bietet die Kantine auch Milch und Milchprodukte an? 
  • Sind Kräuter und Jodsalz im Essen? 
  • Sind Nährwertangaben und die verwendeten Zusatzstoffe abrufbar?


Abwechslung in der Lunchbox beugt einseitiger Ernährung vor

Wer keine Kantine hat, muss schon am Abend oder spätestens am Morgen vor der Arbeit überlegen, ob und was er mitnimmt. Hier ist jeder selbst für die gesunde Auswahl verantwortlich. Die klassische Stulle kommt zu neuen Ehren mit magerem Aufschnitt und saftigem Gemüse oder Salat. Ein wenig Planung verschafft Abwechslung. Ein zusätzlich gekochtes Ei bereichert die Lunchbox am nächsten Tag. Gibt es Bratlinge oder Frikadellen, dann am besten gleich welche für spätere Lunchpakete einfrieren. Nudel- Reis- und Kartoffelreste für kalte Salate aufheben. Obst nicht vergessen. Gibt es auf dem Weg zur Arbeit einen Supermarkt? Dort fertig zubereitete Salate, Kräuterquark, frische Brötchen und Käse etc. einkaufen. Fertige Nuss- und Saatenmischungen peppen Salate, Joghurts und Brötchenbelag auf.

Das fördert die Kommunikation im Betrieb und sorgt für Abwechslung:

Unterstützen Sie sich gegenseitig! Mal macht einer Nudelsalat für zwei (oder mehr), am nächsten Tag bringt die Kollegin/der Kollege was Leckeres mit.

Teilen Sie! Avocado, Melone, Weintrauben, Ananas, Paprika, Salatgurke … Das Meiste ist für eine Person zu viel und hält sich nicht lange frisch.

Tauschen Sie! Lieblingsrezepte, spezielle Brotaufstriche, Spezialitäten vom Griechen, Türken, aus dem Bioladen, Reformhaus … kurzum alles, was die Anderen vielleicht noch nicht kennen.

Mischen Sie! Jeder bringt was mit (Käse, Wurst, Gemüse, Obst, Salat, Pastetchen etc. vorher in einer Liste am schwarzen Brett eintragen) und alles wird zu einem kleinen Buffet aufgebaut. So kann sich jeder beteiligen – auch, wer in der Küche nichts kann.

Zwischenstopp am Kiosk – sinnvoll wählen

In den Schlangen am Imbiss stehen heutzutage eher Unterwegsarbeiter als Wanderarbeiter. Hamburger, Döner und Currywurst landen nicht nur beim Handwerker im Magen. Doch kommt das zu häufig vor, dann bleibt die Vitamin- und Mineralstoffversorgung auf der Strecke. Zudem ist der Kalorien- und Fettgehalt für die Anzug-/Kostümfraktion zu hoch. Fruchtriegel, Vollkornkekse oder eine Tüte Trockenfrüchte mit Nüssen passen in jeden Aktenkoffer und helfen, der Verführung aus fettem Fast-Food zu widerstehen.

 

Bild 2: Zwischenmahlzeit. (Quelle: www.jobundfit.de)

Musste es doch einmal der fette Snack auf die Schnelle sein, dann den Rest des Tages für einen gezielten Ausgleich sorgen. Das bedeutet, Verzicht aufs Dessert und Zurückhaltung bei Süßigkeiten und kalorienhaltigen Getränke etc. Grundsätzlich gilt, wer zu anderer Zeit bewusst leicht isst, mit viel Obst und Gemüse/Salat als Grundlage, darf auch mal nach Herzenslust in die Bratwurst (oder den Teigfladen mit Schafkäse etc.) beißen. Verbote sind ungeeignet, um die Vorlieben für weniger empfehlenswerte Lebensmittel zu verändern. Besser ist es, sich ein gesundes Essverhalten (täglich Obst, Gemüse, Vollkorn-, Milchprodukte etc.) anzugewöhnen, das in die eigene Alltagsplanung passt und auch mal Fettes oder Süßes gestattet.

Halten Sie daher unterwegs gezielt Ausschau nach Obst- und Gemüseständen (die gibt es in jedem größeren Bahnhof, in allen Supermärkten, an vielen Straßenecken). Wählen Sie am Bäckerstand das belegte Vollkornbrötchen, bevorzugen Sie den chinesischen Imbiss, den Salatsnack, das Sushi, das Fischbrötchen mit dem mageren Fisch.

Und auch das noch: Wählen Sie grundsätzlich bei fettreichen Imbissen eine kleine Portion.
Noch nicht satt? Beruhigen Sie den Magen mit frischem Obst, einem Joghurt oder auch mal mit einem kleinen Müsliriegel.

Tipp: Versuchen Sie, fünfmal am Tag Obst und/oder Gemüse zu essen, also zu jeder Mahlzeit etwas, z.B. so:
1 Apfel oder 1 Banane etc., 1 Glas Orangensaft oder Tomatensaft etc., eine Schüssel Blattsalat oder Rohkost, eine Tomate, ein Stück Gurke, Paprika, Möhre etc.

Verbote:

Für Volker Pudel, Professor für Ernährungspsychologie, sind Ver- und Gebote sowie kognitive Informationen eher ungeeignet, das Essverhalten günstig zu trainieren. Der Professor weist darauf hin, dass unser Essverhalten von der Erwartung auf ein lustvolles Geschmackserlebnis gesteuert wird. Doch sei der „gute Geschmack“ nicht einfach eine unabänderliche Konstante, sondern das Ergebnis eines Lernprozesses, eingebettet in die Esskultur. Er appelliert daher an die öffentlichen Küchen und an die Lebensmittelwirtschaft, optimierte Angebote zu schaffen. Wer nicht so lange warten will, bis sich die Kioske zu Vollwert-Wellnesstempeln gemausert haben, muss seine grundsätzliche Einstellung zum Essen überdenken und evtl. die Menschen in seiner Umgebung (Kolleginnen/Kollegen, Kantinenbetreiber/-innen, Familienmitglieder etc.) mit motivieren.

fünfmal am Tag:
„5 am Tag“, die Kampagne hat die Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. ins Leben gerufen. Der Hintergrund: Wissenschaftliche Daten zeigen, dass die Menschen, die Obst und Gemüse gerne und oft genießen, ein geringeres Risiko haben, an Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall und bestimmten Krebsarten zu erkranken. (www.dge.de)

Trinken im Arbeitsalltag nicht vergessen!

1,5, besser 2 Liter am Tag sollten es schon sein. Damit gemeint sind, Wasser (Leitung oder Sprudel), Schorlen (Saft mit Wasser) und Tees (Früchte oder Kräuter) – und sonst nichts. Alles andere sind Genussmittel (Kaffee, schwarzer und grüner Tee, Bier, Wein, coffein- und zuckerhaltige Limonaden, Kakao etc.) oder aufgrund der Nahrhaftigkeit eher Lebensmittel (Milch).

Warnung:

Wer Durst hat, ist bereits unterversorgt. Voraus geht dem meist schon ein schleichendes Unwohlsein, verbunden mit Kopfschmerzen und einer Belastung für das Entgiftungssystem, die Nieren.


Wer das Trinken schnell vergisst, muss sich mit Tricks daran erinnern:
Morgens gleich eine Kanne Tee kochen oder eine Flasche Wasser an den Arbeitsplatz stellen (nicht in der Nähe des Computers, aber z.B. auf der Fensterbank) und zu jeder (Zwischen-)Mahlzeit ein Glas trinken.

Seien Sie nett: Erinnern Sie einander und füllen Sie sich gegenseitig Getränke nach. Vielleicht ist es auch möglich, Kästen mit Wasser in die Firma liefern zu lassen – ein Eckchen dafür findet sich bestimmt.

Mitbestimmung Kantine

Interessenvertretungen haben Mitbestimmung bei der Ausgestaltung der Betriebsverpflegung in der Kantine. Sie können auf die Qualität des Essens Einfluss nehmen.

 

Der Servicebereich

Rechtsquellen und Normen

Gesetze und Verordnungen
  • Arbeitsschutzgesetz (ArbschG)
    • § 3 Grundpflichten des Arbeitgebers
  • Sozialgesetzbuch V Gesetzliche Krankenversicherung 
  • Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)
    • § 87 (1) Nr. 8 Form, Ausgestaltung und Verwaltung von Sozialeinrichtungen

Literatur

Literaturmarker Zum Einlesen - Links zur Ernährung im Büro:  

Für Berufstätige

Informationen zu allen wichtigen Ernährungsthemen und Fragen (in Form von sofort abrufbaren kostenlosen Artikeln) gibt es unter www.dge.de und www.dge-projektservice.de

Jede Menge Broschüren über gesunde Ernährung, Vitamine und Mineralstoffe, Themen wie 5-am-Tag etc. gibt es zum Download oder Bestellen unter www.aid.de.
Tipp: Dort kann man einen Taschencomputer (ErnährungsAssistent FOOD-AS) bestellen, der jederzeit unterwegs über den momentanen Ernährungszustand informiert und Hinweise für die weitere Ernährung gibt.

Für Entscheidungsträger (Kantinenbetreiber, Chefs, Interessenvertretungen oder Mitarbeiter/innen, die im Betrieb Einfluss nehmen wollen)

  • Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung können unter www.jobundfit.de herunter geladen oder unter www.dge-projektservice.de bestellt werden.
  • Convenience-Produkte in der Gemeinschaftsverpflegung finden sich in aid Special, A4-Broschüre, 44 Seiten, 2007. Download oder bestellen unter www.aid.de
  • Speiseplanung in der Gemeinschaftsverpflegung in aid Special vorhanden, A4-Broschüre, 80 Seiten, 2006. Download oder bestellen unter www.aid.de
  • Aid-Schnelltest: Vollwertig verpflegt – ja oder nein? Download unter www.aid.de
  • Bio in der Außer-Haus-Verpflegung, aid Special (Nachschlagewerk), 96 Seiten, 2006www.jobundfit.de
  • weitere interssante Links: www.5amtag.de, www.vis.bayern.de, www.presse.dak.de

Literatur: 

Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz/Deutsche Geselslchaft für Ernährung e.V. (Hg.):
Qualitätsstandards für die Betriebsverpflegung.
download unter: www.jobundfit.de 

Volker Pudel:
Lebensmittelkennzeichnung – Information oder Desinformation,
in: Ernährungs Umschau 9/08, S. 538-539

Industriegewerkschaft Metall (Hg.):
Zeit für Vitamine! Gesund Essen und Arbeiten im Büro und unterwegs.
Ressort Gesundheitsförderung Eva Zinke, Frankfurt 2005

Deutsche Angestellten Krankenkassen DAK (Hg.):
Essen im Arbeitsalltag.
Studie der FORSA, Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen mbH, 2006, www.presse.dak.de

Arbeitnehmerkammer Bremen (Hrsg.):
"Mahlzeit". Ernährungstipps für Berufstätige.
Reihe "gesundheit" Ausgabe 11/04, Bremen 2. Auflage 2004
download unter www.arbeitnehmerkammer.de /gesundheit

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Letzte Änderung: 3.10.2008

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Rechtsquellen
Literaturtipp

IG Metall:
Zeit für Vitamine! 


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