ergo online
Arbeit im Büro gesund gestalten

Expertenwissen
Gesundheitszirkel: Moderation

Autorin: Ulla Wittig-Goetz

In der Regel finden Gesundheitszirkel unter der Leitung eines Moderators bzw. einer Moderatorin statt.

Aufgaben

   
Diese Person strukturiert die Gruppendiskussion, sorgt dafür, dass bestimmte Regeln eingehalten werden und eine angstfreie Atmosphäre herrscht. In Abstimmung mit den anderen Teilnehmern und Teilnehmerinnen protokolliert sie die Arbeitsergebnisse. Außerdem ist der Moderator verantwortlich für die Steuerung und Koordination des Gesundheitszirkels im Unternehmen.

Neutralität gefordert

 
Diese Aufgaben erfordern eine spezielle Schulung. Es können komplizierte Gruppensituationen entstehen, die Geschick und Sensibilität erfordern. Moderator/-innen müssen sich neutral gegenüber den verschiedenen Sichtweisen und Interessen verhalten und das Vertrauen der Gruppenmitglieder genießen.
 

Intern oder extern besetzen

 
In der Vergangenheit wurden gute Erfahrungen mit externen Moderator/-innen gesammelt, die von einer Beratungseinrichtung oder der Krankenkasse bzw. Berufsgenossenschaft kamen. Externen fällt es leichter neutral und unvoreingenommen zu sein. Sie stehen in keinem direkten Abhängigkeitsverhältnis zum Arbeitgeber und haben Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Betrieben.
 
Es gibt aber auch Nachteile. Sie kennen die betrieblichen Strukturen und Arbeitsabläufe nicht. Das erfordert eine intensive Vorbereitungsphase. Durch Betriebsbegehungen und Gespräche mit Beschäftigten, Führungskräften, Betriebsrat, Fachleuten für Arbeits- und Gesundheitsschutz usw. kann der Moderator die Betriebssituation erfahren und dafür sorgen, dass er in der Abteilung akzeptiert wird.
 

Wer

Vorteil

Nachteil

Interner Moderator  

kennt den Betrieb und ist selbst bekannt, ständig erreichbar

seine betriebliche Position kann ihn in Konflikte stürzen

Externer Moderator   nicht betriebsblind, verfügt über Erfahrungen mit anderen Betrieben, ist nicht direkt abhängig von der Betriebsleitung nicht ständig erreichbar, muss betriebliche Strukturen und Abläufe erst kennenlernen

 
Gemischte Zirkel: ganz schön schwierig

 
In Gesundheitszirkeln einer Hierarchiestufe wird die gleiche Sprache gesprochen. Anders ist das in gemischten Zirkeln, wenn Vertreter/-innen unterschiedlicher Hierarchiestufen bzw. Fachabteilungen aufeinander treffen. Das stellt besondere Anforderungen an den Moderator bzw. die Moderatorin. Der Expertenstatus bspw. von Betriebsärzten wird teilweise relativiert, wenn die Beschäftigten über die entscheidenden Informationen zu ihrer Arbeitssituation verfügen. Es kann ihnen aber Schwierigkeiten bereiten, über das Vorgesetztenverhalten zu reden usw.
 
Um eine möglichst gleichberechtigte Kommunikation zwischen allen Beteiligten herzustellen, müssen verschiedene Sichtweisen zusammengebracht werden.
 

Welche Ausbildung

 
Die Moderatorin bzw. der Moderator sollte deshalb möglichst eine sozialwissenschaftliche Ausbildung abgeschlossen haben, über praktische Erfahrungen in der Betriebsorganisation verfügen und speziell für die Moderation von Gesundheitszirkeln geschult sein.
 

Co-Moderator

 
Häufig wird empfohlen zwei Personen für die Moderation einzusetzen, da nicht nur die Sitzungen zu strukturieren sind, sondern auch ein Protokoll zu erstellen ist.
 

 

Der Servicebereich

Literatur
 

Zum Einlesen:

Seigert, J.W.:
Visualisieren, Präsentieren, Moderieren,
Offenbach (Gabal Verlag) 2003 
 
A. Schröer/ R. Sochert:
Gesundheitszirkel im Betrieb. Modelle und praktische Durchführung,
Wiesbaden (Universum Verlagsanstalt) 1997

Zum Vertiefen:

Bücher und Broschüren zu Betrieblicher Gesundheitsförderung

Verwandte Themen

Letzte Änderung: 21.6.2004

Logo Ergo Online
© 2016 Beratungsstelle für Technologiefolgen und Qualifizierung (BTQ Kassel)

Literaturtipps
  • Seigert, J.W.: Visualisieren, Präsentieren, Moderieren,
    Offenbach (Gabal Verlag) 2003 


mehr

Verwandte Themen
Inhaltsverzeichnis