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Expertenwissen
Gesundheitszirkel: Verfahrensregeln

Autorin: Ulla Wittig-Goetz

Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Gesundheitszirkel im Arbeitsstadium.

Der Zirkel im Arbeitsstadium

Bei Beginn der ersten Sitzung sollte ein Betriebsratsmitglied dabei sein. Die Teilnehmer/-innen werden in die Arbeitsweise der Gesundheitszirkel eingeführt und entsprechende Regeln erläutert. Hinter diesen Regeln stecken Erfahrungen im Umgang mit Gruppendiskussionen, insbesondere wenn Erfahrungen über bestimmte Themen ausgetauscht werden und der Wunsch nach Veränderungen besteht. Diese Regeln werden z.B. auch bei Projekten im Rahmen von "Zukunftswerkstätten" verwendet.
 

Gruppenregeln für die Gesundheitszirkel   

  • Jeder/e ist Experte, und zwar auf seinem Gebiet: Mit dieser Regel wird autoritären Haltungen, u.a. der Fachexperten vorgebeugt.

  • Jeder/e hat die Möglichkeit, seine Meinung frei zu äußern und auszureden: Diese Regel dient zum Abbau von Hemmungen vorm Reden in der Gruppe.

  • Meinungen sollen nicht der Person angelastet werden: Diese Regel zielt auf die freie Meinungsäußerung, niemand soll wegen unbequemer Äußerungen Nachteile erleiden. Die Teilnehmenden sind als Beauftragte in die Gesundheitszirkel gewählt worden.

  • Was in der Gruppe gesagt wird, soll in der Gruppe bleiben: Diese Regel zielt auf die Verantwortung der Teilnehmenden, persönliche/ vertrauliche Informationen nicht an Vorgesetzte oder für den "Betriebsklatsch" weiterzugeben.

  • Die Gruppe soll beim Thema bleiben, ausufernde Nebendiskussionen sind zu vermeiden: Diese Regel weist darauf hin, dass von den Teilnehmenden Ergebnisse erwartet werden.

  • Abweichende Meinungen sollen begründet werden: Diese Regel zielt auf einen sachgerechten Diskussionsverlauf. Durch Begründungen werden Argumentationen verständlicher.

  • Nicht alle geäußerten Anregungen und Vorschläge können verwirklicht werden: Diese Regel weist auf Grenzen hin, denn nicht alles wird im Betrieb machbar sein.

  • Es sollen gemeinsame Vorschläge von der Gruppe erarbeitet werden: Diese Regel weist auf Vorteile kooperativer Lern- bzw. Handlungsprozesse hin. Praxisnahe Lösungsvorschläge haben größere Umsetzungschancen.

  • Die Teilnahme an den Gesundheitszirkeln sollte regelmäßig sein: Diese Regel soll die Kontinuität der Arbeit sicherstellen.

       

      Der Servicebereich

      Literatur

      Alfons Schröer/ Reinhold Sochert:
      Gesundheitszirkel im Betrieb. Modelle und praktische Durchführung
      Wiesbaden (Universum-Verlag) 1997

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      Letzte Änderung: 21.6.2004

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      Literaturtipp
      • Alfons Schröer/ Reinhold Sochert: Gesundheitszirkel im Betrieb. Modelle und praktische Durchführung 1997


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