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Arbeit im Büro gesund gestalten

Checkliste
Checkliste für die Betriebliche Interessenvertretung zur Einführung eines Eingliederungsmanagements

Autorin: Michaela Böhm

Wollen Betriebs- und Personalräte die Regelung eines systematischen Betrieblichen Eingliederungsmanagement voranbringen, können sie anhand dieser Checkliste ihre Argumente schärfen und ihre Schritte planen.

Ziele des strukturierten Vorgehens

Das strukturierte Vorgehen bringt eine Reihe von Vorteilen für alle im Betrieb. Es geht um folgende Schritte:

  • Probleme und Prozesse der betrieblichen Integration und Rehabilitation transparent machen
  • Lösungen für die Probleme erarbeiten
  • Ressourcen, etwa Vorkenntnisse, Erfahrungen und Fähigkeiten der Beteiligten ermitteln
  • betriebliche Strukturen und Rahmenbedingungen des Eingliederungsmanagements entwickeln
  • Verfahrensabläufe und Instrumente definieren
  • Verantwortung und Kompetenzen regeln
  • Konsens zwischen allen Beteiligten herstellen
  • Entscheidungen und Aktivitäten für Planungsgruppen, Eingliederungsteams und Beteiligte ableiten

Sachlage klären

Zunächst ist es wichtig, den Status quo zu checken, die eigene Sachkompetenz zu prüfen und die drängendsten Probleme zu ermitteln.

  • Wie gut ist das Gremium über die gesetzlichen Grundlagen informiert?
  • Gibt es bereits Erfahrungen mit dem Eingliederungsmanagement?
  • Welche Vereinbarungen und Regelungen bestehen bereits?
  • Welche (Teil-) Aufgaben sind dem Gremium noch neu?

Probleme bisheriger Verfahren ermitteln

Daten sichten und sichern: Situations-Analyse der Beschäftigungs- und Gefährdungslage gesundheitsbeeinträchtigter Beschäftigter

Entwurf zur Betriebsvereinbarung

Hier gilt es, sich zuerst zu informieren und ein erstes Konzept einer Regelung zu erarbeiten.

  • Arbeitsgruppe des Betriebsrates und der Schwerbehindertenvertretung einrichten
  • Qualifizierung und evt. Beratung
  • Workshop  durchführen
  • Was muss verändert werden?
  • Ziele formulieren und Regelungsschwerpunkte festlegen
  • Musterbetriebsvereinbarung, z.B. der IG Metall einbeziehen

Belegschaft informieren

Wichtig ist es, für das Thema zu sensibilisieren, Beschäftigte und auch Führungskräfte.

  • Eingliederungsmanagement zum Schwerpunkt von Betriebsversammlungen machen
  • Belegschaft über Intranet, Gesundheitstage, Betriebsratszeitung etc. informieren

Externe Partner einbinden

  • Workshops und Fachgespräche mit externen Akteuren (Betriebs-, Haus-, Fachärzte, Integrationsamt, Berufsfortbildungswerk, Krankenkasse, Beratungsstelle, Kliniken) organisieren

Betriebsvereinbarung verhandeln

Steht der Regelungsentwurd, dann muss er verhandelt werden.

  • strittige Regelungen herausarbeiten und Lösungen finden
  • Verhandlungsstand mit Gremien besprechen
  • Ergebnis im Betrieb veröffentlichen

Das Eingliederungsmanagement beginnen

  • Eingliederungsteam bilden
  • Aufgaben und Grundsätze der Zusammenarbeit formulieren
  • Datenschutzmaßnahmen durchführen
  • Workshop durchführen und Arbeitsprogramm aufstellen
  • Früherkennungssystem (Zugang zu Personalinformationssystem, Arbeitsunfähigkeitsdaten, Verfahren der Gefährdungsbeurteilung, Betriebsgesundheitsbericht, Ergebnisse aus Gesundheitszirkeln, betriebsärztliche Daten, Daten des Arbeitsplatzkatasters) aufbauen
  • Fallkonferenzen durchführen, Eingliederungspläne erstellen
  • Gefährdungsbeurteilung und Eingliederungsgespräche durchführen
  • betrieblichen Fallmanager benennen
  • Dokumentation und Qualitätssicherung
  • Öffentlichkeitsarbeit: über Ziele, Aufgaben, Strukturen, erste Ergebnisse informieren
  • Qualifizierungsmaßnahmen für Vorgesetzte durchführen

 

Letzte Änderung: 27.12.2007

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