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Grundwissen
Qualitätssicherung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements

Autor: Michaela Böhm, Werner Feldes

Übersicht

  • Erfolgreiches Eingliederungsmanagement erfordert die Sicherung der Qualität der Maßnahmen und Abläufe.
  • Wichtig ist dabei ein schriftlicher Eingliederungsplan.
  • Strukturen, Prozesse und das Ergebnis geben Aufschluss über die erreichbare und erreichte Qualität.

Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung im Betrieblichen Eingliederungsmanagement sollen sicherstellen, dass das gesetzlich festgelegte Qualitätsniveau erreicht ist. Im Einzelnen sollte unternehmensintern festgestellt werden, ob die durchgeführten Maßnahmen, Instrumente und Verfahren des Eingliederungsmanagements die definierten Anforderungen erfüllen, und ob die Ziele erreicht werden. Die Qualitätssicherung ist auch eine Aufgabe der betrieblichen Interessenvertretung.

Eingliederungsplan

Die schriftliche Dokumentation der abgestimmten Maßnahmen der Eingliederung eines Erkrankten ist eine grundlegende Voraussetzung für die Absicherung guter Qualität bei der Umsetzung.

Muster eines betrieblichen Eingliederungsplans:

Allgemeine Angaben

Name/Vorname/Geburtsdatum:                      

Personalnummer:

Aktueller Arbeitsbereich/Letzte Tätigkeit:

Betriebszugehörigkeit seit:

Schulabschluss:                                           

Berufsabschluss:

Bedarfs- und Bestandsaufnahme:

Anlassproblem und evtl. weitere Probleme:

Art und Auswirkungen der Gesundheitsbeeinträchtigung/ Behinderung

  • im privaten Umfeld
  • im betrieblichen Umfeld

Hilfe- und Unterstützungsbedarf

  • im privaten Umfeld
  • im betrieblichen Umfeld

Beratungs- und Maßnahmeziele:

1.
2.
3.

Angestrebtes Tätigkeitsfeld und Perspektiven nach Abschluss der Eingliederung:

Ressourcen/ Stärken/ Kompetenzen:

Ergebnisse des Beurteilungsverfahrens:

  • Ergebnis der Kompetenzanalyse
  • Ergebnis der Belastungsanalyse
  • Ergebnis der Arbeitserprobungen
  • Ergebnis der Gefährdungsanalyse

Eingliederungsplanung:

  • Ergebnisse vorausgegangener Eingliederungsmaßnahmen
  • Art der Maßnahme/ Zeitaufwand/ vorgesehene Beteiligung und Dienstleistungen interner/externer Stellen
  • Neue/ geänderte Beratungs- und Maßnahmeziele

Abschluss der Maßnahme:

  • Beratungs- und Maßnahmeziele erreicht/ Erreichungsgrad
  • Dienstleistungen tatsächlich erbracht
  • Art und Qualität der Zusammenarbeit mit internen/ externen Stellen

Erfolgreiche Umsetzung

Betriebs- und Personalräte und Schwerbehindertenvertretungen erkennen an folgenden Punkten, dass die Anforderungen des § 84 Absatz 2 des Sozialgesetzbuches SGB IX erfolgreich umgesetzt wurde:

1. Strukturqualität

Es sind ausreichende materielle bzw. sachliche Ressourcen (Infrastruktur, Technik, Budget), ausreichend personelle Ressourcen (Verantwortliche, Qualifikation, Position) und organisationale Ressourcen (Beteiligung, Kooperation, Vernetzung) vorhanden.

  • Der Arbeitgeber passt die Ziele, Strukturen und Verfahren des Eingliederungsmanagements in die betriebliche Organisation und Entscheidungen ein.
  • Maßnahmen, Abläufe, Strukturen und Verantwortlichkeiten des Eingliederungsmanagements sind in einer Betriebsvereinbarung abgebildet.
  • Die Vernetzung und Kooperation mit externen Leistungsträgern werden kontinuierlich sichergestellt.
2. Prozessqualität

Der Verlauf der Aktivitäten (die Abfolge bzw. Abstimmung der Schritte) sind ausreichend und ebenso das Zusammenwirken der Beteiligten (Einbeziehung der Betroffenen) und die Information und Kommunikation . 

  • Die Ziele und Maßnahmen des Eingliederungsplans werden von den Mitgliedern umgesetzt und bearbeitet.
  • Die Betroffenen werden beteiligt.
  • Die Interessenvertretung kann ihren Mitbestimmungs- und Unterstützungsauftrag uneingeschränkt ausüben.
3. Ergebnisqualität

Ergebnis-Qualitätskriterien sind die beabsichtigten Effekte wie die Überwindung der Arbeitsunfähigkeit, Vorbeugung erneuter AU und der Erhaltung des Arbeitsplatzes und zur Beurteilung der Wirkungen  (Effektivität – Grad der Zielerreichung, Effizienz – Wirtschaftlichkeitsgrad, Akzeptanz – Erwartungskonformität, Chancengleichheit).

  • DieKernziele des Eingliederungsmanagements (Arbeitsunfähigkeit überwinden, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorbeugen, Arbeitsplatz erhalten) werden regelmäßig erreicht.
  • Am Ende einer gesundheitlichen Krise von Beschäftigten steht ein neues Beschäftigungsangebot.
  • Eine wachsende Zahl chronisch gesundheitlich beeinträchtigter Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen bleibt dauerhaft betrieblich integriert.
  • Die erzielten Ergebnisse und die Qualität der Verfahrensabläufe werden kontinuierlich evaluiert und falls erforderlich optimiert.

Das Präventionsverfahren der betrieblichen Eingliederung soll die Teilhabe am Arbeitsleben durch Erhalt des Beschäftigungsverhältnisses schwerbehinderter und erkrankter Menschen sichern. Es ist auf die Verhinderung der Kündigung und auf Maßnahmen zur Überwindung der Arbeitsunfähigkeit ausgerichtet.  

 

Der Servicebereich

Rechtsquellen

Gesetze
  • Sozialgesetzbuch IX (SGB IX)
Literatur

Feldes, Werner:
Musterbetriebsvereinbarung Betriebliches Eingliederungsmanagement.
Handlungshilfe und Instrumente, hg. v, IG Metall Vorstand, Frankfurt 2011, Instrumente verfügbar als download (800 kB), bestellen unter www.igmetall.de

Gewerkschaft ver.di Bundesverwaltung (Hrsg.):
Prävention und Eingliederungsmanagement. Arbeitshilfe für Schwerbehindertenvertretungen, Betriebs- und Personalräte.
Berlin 2009, zu bestellen bei http://www.verdi-bub.de/buchshop/.

IG Metall, Gewerkschaft ver.di (Hg.):
Prävention und Eingliederungsmanagement. Arbeitshilfe für Schwerbehindertenvertretungen, Betriebs- und Personalräte.
Frankfurt 2006, bestellen bei  www.igmetall.de/behinderte. (Bestellnummer: 5826-12430)

M. Giesert, C. Wendt:
Handlungsleitfaden für ein Betriebliches Eingliederungsmanagement
hg. v. Deutscher Gewerkschaftsbund DGB, Berlin 2007,
download in Download-Area und unter http://www.dgb.de unter Service/Publikationen

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Letzte Änderung: 4.3.2008

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Rechtsquellen

Sozialgesetzbuch IX § 84 Abs. 2 und 3 Prävention

Literaturtipps

Handlungsleitfaden für ein Betriebliches Eingliederungs-
management, 
DGB 2007


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