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Expertenwissen
Browser & Testen

Autor: Lothar Bräutigam

Übersicht

  • Aufgrund der vielen unterschiedlichen Computersysteme müssen Webseiten auf verschiedenen Plattformen mit verschiedenen Browsern und Browserversionen getestet werden.
  • Wichtig sind auch Tests mit verschiedenen Bildschirmauflösungen und unterschiedlicher Farbtiefe.
  • Alle HTML-Erweiterungen wie Javascript oder Cascading Style Sheets sind intensiv zu testen.
  • Zudem sollten Webseiten auch ohne angezeigte Grafiken verständlich und bedienbar sein.


Unterschiedliche Plattformen erzwingen aufwendige Tests   

Je nach verwendetem Computersystem kann die gleiche Webseite beim Betrachter sehr unterschiedlich aussehen. Die Unterschiede ergeben sich vor allem aus verschiedenen Browsern bzw. Browserversionen, verschiedenen Bildschirmauflösungen sowie unterschiedlichen Grafikkarten und Bildschirmen (Farbdarstellung). Oder: Hat ein Nutzer die Ausführung von Javascript-Elementen durch seinen Browser erlaubt oder deaktiviert?

Trotz allem sollte aber möglichst jeder Nutzer eine Webseite in gleicher oder zumindest akzeptabler Qualität sehen. Bei allen technischen Unterschieden auf der Anwenderseite bleibt somit nur eine sehr arbeitsaufwendige Lösung: der Test jeder Seite mit den verschiedenen Hard- und Software-Plattformen.

Empfehlungen

Verschiedene Browser

Es sind zwar mittlerweile nur noch wenige Hersteller (hauptsächlich Netscape und Microsoft), die aktuelle Browser anbieten. Aber viele Surfer haben noch ältere Versionen im Einsatz, so daß mit allen Browsern getestet werden sollte, zusätzlich zu den Produkten von Netscape und Microsoft möglichst auch mit einem Browser der Firma Opera.

Gerade bei komplexen Tabellenstrukturen auf einer Webseite werden die verschiedenen Browser sehr wahrscheinlich zu verschiedenen Resultaten führen. Auch der Ausdruck einer Seite ist sinnvollerweise zu erproben.

Verschiedene Bildschirmauflösungen

Webseiten sollten ohne waagerechtes Scrollen am Bildschirm zu betrachten sein. Dazu sind Tests mit unterschiedlichen Bildschirmauflösungen erforderlich, besonders im sog. VGA-Modus mit 640*480 Pixel. Aber auch bei größeren Auflösungen sollte das Ergebnis zufriedenstellend sein. Bei sehr hohen Auflösungen können Texte über die gesamte Bildschirmbreite sehr unergonomisch sein, da das Auge beim Zeilenwechsel leicht die Linie verliert.

Verschiedene Farbtiefe

Bilder oder Grafiken sollten auch bei nur 256 Farben erkennbar sein. Hat ein Bild allerdings eine höhere Farbtiefe von bspw. 16 Bit (65.536 Farben), so werden die nicht vorhandenen Farben durch andere oder Farbmischungen ersetzt. Ob der Bildinhalt dann noch gut zu erkennen ist, kann nur per Test ermittelt werden.

Ein weiteres Problem ergibt sich dadurch, daß bei anderen Betriebssystemen als Windows auch andere Farbtabellen verwendet werden, was auch wieder zu unterschiedlicher Bildwiedergabe führen kann.

Ohne HTML- Erweiterungen

Nicht alle Browser verfügen über die neuesten technischen Erweiterungen von HTML. Die sog. Cascading Style Sheets (CSS) für exakte und detaillierte Formatierungsangaben sind in den Browsern von Microsoft ab Release 3 und bei Netscape ab Release 4 implementiert, allerdings sehr verschieden. Wer CSS also zur Seitengestaltung verwendet, muß intensiv testen:

  • mit älteren Browsern, weil diese kein CSS beherrschen und
  • mit den aktuellen Browsern, weil diese CSS-Angaben verschieden interpretieren.

Grundsätzlich sollte man sich auf einige CSS-Features zur Textformatierung (font size, font family, transform, indent, colour) beschränken, die bei den gängigen Browsern ab Release 4 zuverlässig funktionieren.

Auch Javascript verstehen nicht alle Browser, und es läßt sich zudem deaktivieren. Seiten, die solche Sprachelemente verwenden, müssen auch mit Browsern mit und ohne Javascript getestet werden.

Ohne Grafiken

Es sollen noch ältere Browser im Einsatz sein, die keine Grafiken anzeigen. Wahrscheinlicher ist, daß es Internetnutzer gibt, die die Anzeige von Grafiken im Browser deaktiviert haben. Wieder andere sehen zunächst nur den Text einer Webseite, weil sie aufgrund einer langsamen Internetverbindung auf den Bildaufbau warten müssen. In allen Fällen ist es nützlich, wenn der Inhalt sich auch ohne Bilder erschließt und wenn die Navigationselemente ohne Bildanzeige bedienbar sind. Näheres dazu im Dokument über Grafiken und Bilder. Auch dieser Fall ist zu testen.
 

Der Servicebereich

Rechtsquellen und Normen

Gesetze und Verordnungen
  • Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharV),  Anhang, Nr. 20 - 22  

Normen:
  • DIN EN ISO 9241:  Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten (neu: Ergonomie der Mensch-System-Interaktion)

Literatur 

Zur Vertiefung:            

Harald Weinreich (Universität Hamburg, Fachbereich Informatik):
10 wichtige Leitlinien für die Gestaltung eines ergonomischen WWW-Informationssystems
http://vsys-www.informatik.uni-hamburg.de/ergonomie/index.html
Hamburg 1997, (enthält auch vertiefende Literaturhinweise) 

Fit für Usability
http://www.fit-fuer-usability.de/
Eine Online-Initiative des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT
Mit Tipps zur Software-Gestaltung und Web-Gestaltung 

Bücher und Broschüren zu Software-Ergonomie

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Letzte Änderung: 19.12.1999

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Rechtsquellen
  • DIN EN ISO 9241


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