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Arbeit im Büro gesund gestalten

Grundwissen
Inhalt und Länge der Dokumente

Autor: Lothar Bräutigam

Übersicht

  • Nicht nur das Layout, sondern auch die Inhalte von Webseiten sollten die Besonderheiten des Mediums berücksichtigen.
  • Dokumente im Internet sollten so knapp wie möglich und nur so lang wie nötig sein.
  • Wichtig ist vor allem ein einfacher und prägnanter journalistischer Schreibstil.
  • Eine Gliederung oder Zusammenfassung zu Beginn eines Dokumentes erleichtert die Orienierung und im Bedarfsfall ein schnelles Querlesen.

Auch die Inhalte internetspezifisch gestalten

Internetangebote ergonomisch zu gestalten heißt auch, die Besonderheiten des Mediums Internet bzw. WWW zu berücksichtigen. Die Nutzungsgewohnheiten des Internets weichen von denen bei Büchern oder Printmedien deutlich ab.

Kaum jemand will am Bildschirm lange Texte lesen. Schnell einen Überblick über ein Thema gewinnen, zügige Recherche, um ggf. anschließend mit anderen Medien weiter zu arbeiten, so lautet die Devise bei der Web-Nutzung. Das hat sich nicht nur in der Form, sondern auch in den Inhalten von Webseiten niederzuschlagen.

Empfehlungen

Möglichst kurze Texte   

So knapp wie möglich und so lang wie nötig, das ist die Leitlinie für Dokumente im Internet. Lange Texte sind zu vermeiden, es sei denn man geht davon aus, der Leser druckt sich den Text sowieso aus. Versuche haben ergeben, daß die Aufmerksamkeit von Probanden bei längeren Texten deutlich abnimmt.

Dabei würde aber der Vorteil des World Wide Web, die Hypertextstruktur, verloren gehen. Besser ist es, längere Texte in mehrere Dokumente aufzuteilen, z.B. Vertiefungen des Themas in ein zusätzliches Dokument auszulagern und dieses per Link im Basisdokument anzubieten. Auch ein Verweis auf andere Webangebote oder geeignete Bücher hilft, die eigenen Seiten kurz zu halten.

Sichtbare Gliederung

Texte im Web sollten sich auf das Wesentliche beschränken und vor allem sauber gegliedert sein. Die Gliederung sollte dem Text voran gestellt werden (vgl. den Beginn dieser Seite) und Links zu den entsprechenden Textstellen enthalten. Der Leser hat so die Möglichkeit, den Inhalt zu überfliegen und zu beurteilen, ob er für ihn interessant ist oder nicht. Die Gliederung des Textes sollte sich im Layout der Seite in Form von Überschriften und Zwischentiteln wiederspiegeln

Journalistischer Schreibstil

Zur Ermüdung des Lesers trägt nicht nur ein unergonomisches Layout, sondern auch ein schlechter bzw. unangemessener Schreibstil bei. Lange verschachtelte Sätze sollten vermieden werden. Wichtig ist vielmehr ein journalistischer Schreibstil, der einfache und prägnante Satzstrukturen bevorzugt und Überflüssiges vermeidet. Eine gute Orientierung bietet die Hörfunksprache.

Einige weitere Tipps in aller Kürze:

  • Aktive statt passive Satzkonstruktion
  • Klare Informationen, bildhafte Sprache
  • Keine überflüssigen oder redundanten Sätze oder Satzteile.
Veranschaulichung durch Bilder und Grafiken   

Das World Wide Web besitzt Multimedia-Fähigkeiten. Webseiten, die nur aus Text bestehen ("Bleiwüste"), nutzen das Medium nicht aus. Komplizierte Sachverhalte und Zusammenhänge lassen sich gut durch ein Bild oder eine Grafik veranschaulichen. Bilder lassen sich nicht nur schneller erfassen, sie sind auch einpräsamer und unterstützen das Gedächtnis.

Weitere Hinweise zu Bildern und Grafiken befinden sich in einer besonderen Seite.


 

Der Servicebereich

Rechtsquellen und Normen

Gesetze und Verordnungen
  • Bildschirmarbeitsverordnung (BildscharV),  Anhang, Nr. 20 - 22
Normen
  • DIN EN ISO 9241:  Ergonomische Anforderungen für Bürotätigkeiten mit Bildschirmgeräten (bzw. neu: Ergonomie der Mensch-System-Interaktion)
    • Teil 12: Informationsdarstellung 
    • Teil 13: Benutzerführung

Literatur 

Zur Vertiefung:            

Harald Weinreich (Universität Hamburg, Fachbereich Informatik):
10 wichtige Leitlinien für die Gestaltung eines ergonomischen WWW-Informationssystems
http://vsys-www.informatik.uni-hamburg.de/ergonomie/index.html
Hamburg 1997 (enthält auch vertiefende Literaturhinweise)#

Fit für Usability
http://www.fit-fuer-usability.de/
Eine Online-Initiative des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Informationstechnik FIT
Mit Tipps zur Software-Gestaltung und Web-Gestaltung 

Bücher und Broschüren zur Software-Ergonomie 

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Letzte Änderung: 19.12.1999

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Rechtsquellen
  • DIN EN ISO 9241


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